Eliud Kipchoge Leichtathlet des Jahres

© SIP / Johannes Langer

Eliud Kipchoge ist der Leichtathlet des Jahres 2018. Der kenianische Marathon-Star bekam den Award am gestrigen Abend im Rahmen der IAAF-Gala im Grimaldi Forum von Monaco überreicht. Die Ehrung steht als Anerkennung seiner hervorragenden sportlichen Leistungen im vergangenen Jahr. Bei vergleichlich hohen Temperaturen lief der Kenianer im April beim London Marathon zum Sieg in einer Zeit von 2:04:17 Stunden. Im September gelang dem 34-Jährigen die Krönung seiner Marathon-Karriere: Beim Berlin Marathon pulverisierte er den bisherigen Weltrekord und schaffte einen historischen Sprung zu einer Zeit von 2:01:39 Stunden.
 

© SIP / Johannes Langer
Eine gelungene Karriere

Der IAAF-Award steht allerdings auch für eine praktisch vollkommene sportliche Laufbahn. Eliud Kipchoges erste Sternstunde liegt bereits 15 Jahre zurück, als er bei den Weltmeisterschaften von Paris im 5.000m-Lauf die Superstars Kenenisa Bekele und Hicham El Guerrouj übertrumpfte und im Alter von nur 18 Jahren die Goldmedaille gewann. Es folgten weitere Medaillen bei internationalen Meisterschaften, unter anderem zwei Olympische in Athen und Peking, ehe die Karriere des Kenianers mit dem Umstieg im Marathon mit Saisonende 2012 neue Fahrt aufnahm.
Von elf Marathons, er bestritt konsequent zwei jährlich mit Ausnahme des Jahres 2017, als er an der Nike-sub2-Inszenierung von Monza außerhalb von internationalen Wettkampfregeln teilnahm, gewann Kipchoge zehn, obwohl er sich stets der größten Konkurrenz stellte, und musste sich einzig in Berlin 2013 Wilson Kipsang bei dessen damaligen Weltrekordlauf geschlagen geben. Die großen Highlights im Verlaufe der letzten Jahre waren der mit einer eindrucksvollen Dominanz herausgelaufene Olympiasieg von Rio 2016 und der imposante Weltrekordlauf von Berlin 2018. Eliud Kipchoge gilt nicht nur als der schnellste Marathonläufer aller Zeiten, sondern auch als der beste.
 

Erster Marathonläufer

Der von Patrick Sang trainierte Eliud Kipchoge ist der erste Läufer seit David Rudisha im Jahr 2010, der mit dem Award für den Leichtathleten des Jahres ausgezeichnet wurde und der erste Marathonläufer überhaupt, was auch einen Meilenstein für die Disziplin darstellt. Bei den Frauen wurde zuletzt mit Almaz Ayana 2016 eine Läuferin und mit Paula Radcliffe 2002 zuletzt eine Marathonläuferin geehrt. Der diesjährige Award ging an die kolumbianische Dreispringerin Caterine Ibargüen, die heuer nicht nur in ihrer Paradedisziplin, in der sie 2018 ungeschlagen blieb, sondern auch im Weitsprung den Diamond-League-Finalwettkampf gewann.
Bei der Ehrung des Nachwuchsstars des Jahres hatte das norwegische Supertalent Jakob Ingebrigtsen, der zwei EM-Titel gewann, das Nachsehen gegenüber dem schwedischen Stabhochsprung-Talent Armand Duplantis. Mit dem Coaching Achievement of the Year Award wurde der US-amerikanische Trainer Joe Virgil ausgezeichnet, der im Laufe seiner Karriere neben zahlreichen US-Stars auch Marathon-Olympiasieger Stefano Baldini aus Italien betreut hat. Den Award für das Foto des Jahres bekam der Spanier Felix Sanchez Arrazola, der das mit Schlamm und Dreck überzogene äthiopische Lauftalent Selemon Barega nach dessen Sieg beim Cross Internacional Juan Muguerza ablichtete, der auf Knien seinen Sieg innerlich genoss.
 
 
IAAF