Laufen lindert Depressionen

© Salzburg Marathon / Kathrin Buschmann

322 Millionen Menschen leiden weltweit an Depressionen – das sind 4,4% der Weltbevölkerung. Diese dramatische Zahl entstammt einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahre 2015. Sie kämpft darum, die Krankheit immer stärker aus dem unwillkommenen Schutzschild „Tabu-Thema“ ins Licht der Aufmerksamkeit zu schieben. Besonders auch in der westlichen Welt, wo es überdurchschnittlich viele Menschen gibt, die unter Depressionen leiden. 4,1 Millionen lautet die Schätzung der WHO für Deutschland (5,2% der Bevölkerung), in Österreich liegt der Wert laut einer Umfrage von Statistik Austria aus dem Jahr 2014 bei 5,7% (inkl. nicht diagnostizierter Fälle 7,7%, Anm.).
 

© Salzburg Marathon / Kathrin Buschmann
Sport als Alternative zu Medikamenten

Eine der anerkannten Therapien gegen depressive Gefühle und Angstzustände ist Ausdauersport. In Australien, Großbritannien oder der Niederlande zählt Laufen zu den ersten ärztlichen Maßnahmen, nachdem eine Depression diagnostiziert wird. Eine Studie der Universität Bern kam vor einigen Jahren zur Erkenntnis, dass sportliche Aktivitäten das allgemeine Wohlbefinden depressiver Menschen verbessert und sprach sich aus, Sport als Alternative zu Medikamenten zu berücksichtigen. Durch körperliche Betätigung steigt die Ausschüttung von Endorphinen, denen eine wesentliche Rolle bei der Laune zukommen, und wird der Körper allgemein besser durchblutet. Erfolgt diese Ausschüttung regelmäßig, kann durch eine indirekte Beeinflussung des Gehirns langfristig der allgemeine Gemütszustand verbessert werden.
 

Kein Unterschied zwischen Sportlern und Nicht-Sportlern

Depression ist auch im Sport nach wie vor ein Thema, über das ungern gesprochen wird. Im Laufe der letzten Jahre haben mehrere Top-Sportler öffentlich darüber gesprochen, dem öffentlichen Druck nicht standhalten zu können und in Depressionen abzudriften. Die hohe Erwartungshaltung und das Funktionieren-Müssen von Sportlern ist vergleichbar mit Drucksituationen, die jeder Mensch aus dem Lebensalltag kennt und der einen großen Teil der Bevölkerung in Depressionen drängt. Diese Annahme deckt sich mit wissenschaftlichen Erkenntnissen einer umfangreiche Studie, die 2017 im British Journal of Sports Medicine veröffentlicht wurde. Sie fand keine Unterschiede in den Symptomen depressiver Leistungssportlicher und depressiver Nicht-Leistungssportler.