René auf Reisen: Favoritinnen vergolden Schlusstag

© SIP / René van Zee

„Für mich kam nur der Sieg hier in Frage. Es gab keinen Plan B!“ Das sind die Worte von Gesa Felicitas Krause, die in der letzten Laufentscheidung der Europameisterschaften in Berlin die erste Lauf-Medaille für Deutschland geholt hat. Und am Ende zugab, dass sie aufgrund des enormen Drucks sehr nervös war. Drei Jahre lang hatte sie die europäische Szene im 3.000m-Hindernislauf nach Belieben dominiert und war klar die Stärkste. Ausgerechnet vor der Heim-EM in jenem Stadion, in dem sie letztes Jahr einen fantastischen deutschen Rekord von 9:11,85 Minuten gelaufen ist, lief es nicht nach Plan. Es war ein schwieriges Jahr für die 25-Jährige und ihrem erfahrenen Coach Wolfgang Heinig. Eigentlich glaubten die beiden, sehr gut trainiert zu haben. Bei den ersten Saisonrennen lief es aber alles andere als nach Wunsch. Heinig wurde jedoch nie nervös und war zuversichtlich, die Vorbereitung auf die EM in die richtigen Bahnen lenken zu können. Gestern funktionierte dann alles wie erhofft. Attacke am letzten Wassergraben, klarer Sieg. An diesem Erfolg sieht man, wie wichtig eine etablierte, jahrelange Zusammenarbeit zwischen Athletin und Trainer sein kann. Krause und Heinig hielten in guten wie in schlechten Zeiten immer zusammen, nun ernteten sie die süßen Früchte. In einer Leichtathletik-Welt voller Trainerwechsel verdient dies Respekt!
 

© SIP / René van Zee
Ein Sieg, der vorher feststand

Es stand bereits vorher fest, dass Sifan Hassan über 5.000m nicht zu schlagen war. Bei allem Respekt für ihre Konkurrentinnen, die erstaunlich gute Leistungen ablieferten: Die Holländerin war mit Abstand die stärkste Läuferin im Feld, das war nicht erst seit ihrem Europarekord von 14:22,34 Minuten in der unmittelbaren Vorbereitung deutlich. Seit die 25-Jährige, die 2008 als Flüchtling aus ihrer Heimat nach Holland kam, bei Alberto Salazar in den USA trainiert, hat sie einen weiteren Leistungssprung gemacht. Hinter Eilish McColgan und Yasemin Can belegte Konstanze Klosterhalfen als beste des deutschen Trios den vierten Platz. Aufgrund großen Trainingsrückstands war sie in Berlin nicht in Top-Form, um so erstaunlicher ihre Leistung. Ansonsten lief es für die deutsche Mannschaft nicht nach Plan: Hanna Klein musste wegen Achillessehnen-Beschwerden aufgeben, Denise Krebs kam in der zweiten Runde zu Sturz und musste alleine weiter laufen. Aufgrund anhaltender Schmerzen im Fuß wurde sie anschließend ins Krankenhaus geliefert.
Zwei Ereignisse waren erstaunlich: Erstens, dass Lonah Chemtai-Salpeter bereits nach 4.500 Metern zum Endspurt ansetzte und eine Runde zu früh aufhören wollte. Und zweitens zwei Disqualifikationen wegen illegalem Linienübertritt beim Einordnen in der Startphase. Das hat es im 5.000m-Lauf schon lange nicht mehr gegeben. Leider war auch Österreichs Teilnehmerin Nada Ina Pauer betroffen.
Genauso wenig überraschend war der Sieg von Laura Muir im 1.500m-Lauf. Die Schottin sorgte chronologisch für den ersten drei Favoritensiege am Abschlusstag, der ganz im Zeichen der Läuferinnen stand.
 
 
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