Weltmeisterin triumphiert bei Bogotà Halbmarathon

© Bogotà Halbmarathon / Victah Sailer

© Bogotà Halbmarathon / Victah Sailer
Halbmarathon-Weltmeisterin Netsanet Gudeta hat am Wochenende den Bogotà Halbmarathon, die bekannteste und international prestigeträchtigste Lauf-Veranstaltung Südamerikas, gewonnen. Die 27-Jährige dominierte auf der 21,0975 Kilometer langen Strecke durch die Hauptstadt Kolumbiens und erzielte in einer Zeit von 1:11:34 Stunden die zweitschnellste, in 19 Jahren Event-Historie erzielte Siegerzeit. Schneller war lediglich die Kenianerin Susan Chepkemei, die vor 14 Jahren nach 1:10:39 Stunden im Ziel war. Die Siegerleistung von Gudeta, die den Weltrekord in reinen Frauen-Rennen hält (1:06:11 Stunden), ist aufgrund der schwierigen Bedingungen in Bogotà hoch einzuschätzen. Die kolumbianische Hauptstadt liegt in den Anden auf einer Höhe von 2.600m über dem Meeresspiegel.
 

Titelverteidigerin Kosgei Zweite

Im Kampf um den Sieg ließ Gudeta Titelverteidigerin Brigid Kosgei keine Chance. Die Siegerin des Honolulu Marathon 2017 und Zweitplatzierte des diesjährigen London Marathon wurde durch einen Sturz nach rund einem Viertel der Strecke zurückgeworfen und erreichte das Ziel in einer Zeit von 1:14:40 Stunden. Damit verteidigte die 24-Jährige immerhin die zweite Position vor der Äthiopierin Degitu Azimeraw, die ebenfalls noch unter 1:15 Stunden blieb. Beste Südamerikanerin war die viertplatzierte Peruanerin Gladys Tejeda, die erstmals seit sieben Jahren wieder in Bogotà am Start stand, auf dem vierten Platz, die 21-jährige Dubai-Marathon-Überraschungssiegerin Roza Dereja aus Äthiopien und Kenias Marathon-Olympia-Teilnehmerin von Rio, Visiline Jepkesho folgten auf den Positionen fünf und sechs.
 

Überraschungssieg bei den Männern

Auch das Elitefeld der Männer war bei der 19. Auflage des Bogotà Halbmarathon stark besetzt. Doch es war keiner der großen Namen, die am Ende den Sieg feierten. Der erst 19 Jahre alte Betesfa Getahun, heuer als Newcomer bereits starker Sechster bei den Weltmeisterschaften in Valencia, sorgte in einer Zeit von 1:05:10 Stundenfür den dritten äthiopischen Sieg in Bogotà in Folge und lieferte damit eine weitere Talentprobe ab.
In überwiegend taktisch geprägtes Rennen sorgte für die zweitlangsamste Siegerzeit in der Geschichte des Events. Erst nach 15 Kilometern drückten Fred Musobo aus Uganda und Gabriel Geay aus Tansania aufs Tempo, um eine zehnköpfige Spitzengruppe zu verkleinern. Getahun wartete bis Kilometer 19, ehe er zum entscheidenden Angriff überging und seinen ersten Halbmarathon-Sieg vorbereitete. 13 Sekunden hinter dem Youngster gewann Titelverteidiger Feyisa Lilesa den Zielspurt um Platz zwei gegen den Kenianer Dickson Chumba. Lilesa ist der Olympische Silbermedaillengewinner im Marathon von Rio de Janeiro, Chumba überzeugte bereits mit mehrfachen Podestplätzen bei den größten Marathonläufen der Welt und feierte beim Chicago Marathon 2015 und Tokio Marathon 2018 zwei Siege bei World Marathon Majors.
Musobo und Geay belegten die Plätze vier und fünf, blieben beide noch unter 1:06 Stunden. Schnellster Südamerikaner war der Peruaner Christian Pacheco auf Rang acht.
 

Ergebnisse Bogotà Halbmarathon

Männer
1. Betesfa Getahun (ETH) 1:05:10 Stunden
2. Feyisa Lilesa (ETH) 1:05:23 Stunden
3. Dickson Chumba (KEN) 1:05:23 Stunden
4. Fred Musobo (UGA) 1:05:25 Stunden
5. Gabriel Geay (TAN) 1:05:48 Stunden
6. Mogos Shumay (ERI) 1:06:38 Stunden
7. Kimutai Kiplimo (KEN) 1:07:12 Stunden
8. Christian Pacheco (PER) 1:07:27 Stunden
9. Peter Kirui (KEN) 1:08:22 Stunden
10. Bayron Piedra (ECU) 1:09:50 Stunden
Frauen
1. Netsanet Gudeta (ETH) 1:11:34 Stunden
2. Brigid Kosgei (KEN) 1:14:40 Stunden
3. Degitu Azimeraw (ETH) 1:14:51 Stunden
4. Gladys Tejeda (PER) 1:15:53 Stunden
5. Roza Dereja (ETH) 1:16:20 Stunden
6. Visiline Jepkesho (KEN) 1:16:25 Stunden
7. Gladys Machacuay (PER) 1:18:04 Stunden
8. Rosalba Chacha (ECU) 1:18:42 Stunden
9. Jackline Sakilu (TAN) 1:19:22 Stunden
10. Janet Cherobon-Bawcom (USA) 1:19:47 Stunden
 
Bogotà Halbmarathon