Indikatoren für schnelles Laufen

© SIP / Johannes Langer

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Höher, schneller, weiter – es ist der ewige Drang nach ständiger Verbesserung, der im Charakter der Menschheit seit Ewigkeiten implementiert ist. Man kann es noch so sehr leugnen und dementieren, aber wer genießt nicht den Blick auf die Uhr, wenn sie nach einer Laufeinheit oder gar einem Wettkampf eine niedrigere Zahl anzeigt als erwartet? Das Gefühl des Stolzes, der Genugtuung?
 

Zutaten für Schnelligkeit

Was sind also die wichtigen Zutaten, um ein schneller Läufer oder eine schnelle Läuferin zu werden? Klar, die physische Voraussetzung und regelmäßiges, diszipliniertes Training, in dem Opfer gebracht werden müssen. Die richtige Einstellung zum Laufen und natürlich auch ein bisschen Gabe. Und ein zum Laufen harmonierender Lebensstil mit all seinen Facetten. Damit ist das Fundament gebaut. Die Sportwissenschaft forscht in dieser Frage aber auch in Detailbereiche und kommt regelmäßig zu interessanten Erkenntnissen. Eine Studie aus Japan sieht in den Knochen im Vorfuß ein Geheimnis, schnell zu laufen.
 

Länge der Zehenknochen

45 gut trainierte Ausdauerläufer und 45 untrainierte Menschen nahmen an einer Studie der Ritsumeikan University unter der Leitung von Hiromasa Ueno und sieben seiner Kollegen teil, die im Fachmagazin „International Journal of Sports Science“ publiziert wurde. Die Forscher maßen die Länge ihrer Vorfußknochen und richteten den Fokus auf die Mittelfuß- und Zehenknochen. Diese Daten stellten sie ins Verhältnis mit der Gesamtlänge der Füße. Sie stellten fest, dass die trainierten Ausdauersportler durchschnittlich 0,5-1% längere Zehenknochen im großen und zweiten Zeh aufwiesen. Je länger die Zehenknochen, desto schneller war die persönliche Bestleistung über fünf Kilometer auch unter den gut trainierten Probanden, womit die Forscher einen in der Sportwissenschaft bereits bekannten Zusammenhang bestätigten. Beschrieben wird hier übrigens eine biologische Voraussetzung, denn durch viel Training werden die Knochen im Vorfuß natürlich nicht länger.
 

Emotionale Intelligenz für Leistungssteigerung

Eine aktuelle Studie aus Italien (siehe RunAustria-Bericht) findet ein Geheimnis für schnelles Laufen im richtigen Mind-Set. „Emotionale Intelligenz“ taufte das Forscherteam von der Universität in Padua rund um Enrico Rubaltelli die Fähigkeit, mit den richtigen Emotionen die Leistungsfähigkeit beim Laufen in eine optimale Laufzeit umzumünzen.