U20-WM: Schmid unter den Top-Ten der weltbesten Junioren

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Stefan Schmid (SVS Leichtathletik) hat zum Abschluss der Junioren-Weltmeisterschaften in Tampere ein weiteres Achtungszeichen für die heimische Leichtathletik gesetzt. Der Niederösterreicher zeigte im Finale des 3.000m-Hindernislaufs eine starke Leistung und schob sich als Neunter unter die Top-Ten beim wichtigsten Rennen der Alterklasse U20 weltweit. „Mit dem Rennen bin ich sehr zufrieden. Der erste Kilometer war schon sehr schnell, gerade noch an der Grenze für mich. Bei 1.500m habe ich dann gemerkt, dass ich vom Vorlauf noch ziemlich blau bin. Da habe ich die fehlenden Trainingswochen dann gespürt, da war die Substanz für zwei Läufe in kurzer Zeit einfach nicht da. Aber mit dem neunten Platz bin ich super zufrieden, unter neun Minuten laufe ich dann nächstes Jahr“, wird der zufriedene Schmid auf der Website des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (ÖLV) zitiert. Mit einer Zeit von 9:02,20 Minuten erreichte der 19-Jährige eine der schnellsten Zeiten seiner bisherigen Karriere und feierte nach Rang vier bei den Junioren-EM 2017 auch in diesem Jahr ein großartiges Resultat beim Saison-Höhepunkt.
 
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Im Windschatten

Taktisch war der Finallauf aufgrund der Klasse der Ostafrikaner eine große Herausforderung. Stefan Schmid ordnete sich weit hinten ein, machte im Verlaufe der zweiten Runde aber einige Positionen gut. Während einige Läufer ob des hohen Tempos bereits abreißen lassen mussten, hielt Schmid den letzten Platz der ersten Gruppe. Als sich das Feld nach einem sehr flinken Auftakt (2:52 Minuten für den ersten Kilometer) kurz nach der Rennhälfte folgerichtig teilte – nur vier Afrikaner konnten das Tempo weiter hochhalten – blieb der Niederösterreicher als Schlusslicht der Verfolgergruppe stets im geschützten Windschatten. Im Finale holte der Österreicher, der nach dem Rennen erschöpft über dem ersten Hindernis lehnte, alles aus sich heraus und überquerte die Ziellinie als Neunter knapp hinter dem lange offensiv laufenden Belgier Tim van de Velde und knapp vor Nikolaos Sakis aus Griechenland. Neben van de Velde war nur der sechsplatzierte Italiener Giovanni Gatto aus europäischer Sicht vor Schmid im Ziel.
 

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Sensation beendet kenianische Serie

Das Resultat des Finallaufs über 3.000m mit Hindernissen geht in die Geschichte der Junioren-Weltmeisterschaften ein. Erstmals seit 32 Jahren und zum erst zweiten Mal bei der 17. Auflage überhaupt ging die Goldmedaille nicht an Kenia. Leonard Bett, neben Albert Chemutai aus Uganda der große Favorit auf die Goldmedaille, musste sich in einem spannenden Finale dem äthiopischen Außenseiter Takele Nigate hauchdünn geschlagen geben. Der 18-Jährige hatte in einer Zeit von 8:25,35 Minuten um 0,04 Sekunden gegenüber dem amtierenden Jugend-Weltmeister die Nase knapp vorne. Getnet Wale sicherte sich einen Tag vor seinem 18. Geburtstag wie schon vor zwei Jahren in Bydgoszcz die Bronzemedaille. Albert Chemutai, der in Rom eine Zeit von 8:17,17 Minuten gelaufen war und damit der Schnellste laut Meldeliste war, musste in den sauren Apfel beißen und überquerte völlig entnervt die Ziellinie als Vierter.
Dabei hatte er gemeinsam mit Bett überwiegend die Tempoverantwortung übernommen und gepuscht. Erst in der vorletzten Runde übernahm Wale für eine Runde das Kommando. Nigate blieb ruhig und wartete auf seine Chance. Als seine Füße nach dem letzten Wassergraben wieder Boden unter sich verspürten, schaltete der Überraschungsweltmeister zwei Gänge hoch und bezwang Bett mit einem fantastischen Endspurt. „Ich bin sehr glücklich. Das war meine erste internationale Meisterschaft. Ich konnte meinen Plan perfekt umsetzen“, kommentierte Nigate. Äthiopien hatte sich in den vergangenen Tagen über mehrere unerwartet verpasste Erfolge geärgert, diese Goldmedaille hatte man nicht unbedingt auf der Rechnung – und wenn, dann vielleicht eher verbunden mit den Namen Getnet Wale.
 
Redaktionelle Mitarbeit: René van Zee
 

Ergebnis Finale des 3.000m-Hindernislaufs der Junioren

Gold: Takele Nigate (Äthiopien) 8:25,35 Minuten
Silber: Leonard Bett (Kenia) 8:25,39 Minuten
Bronze: Getnet Wale (Äthiopien) 8:26,16 Minuten
4. Albert Chemutai (Uganda) 8:28,63 Minuten
5. Takumi Yoshida (Japan) 8:50,99 Minuten
6. Giovanni Gatto (Italien) 8:52,09 Minuten
7. Mohamed Er Rachdi (Marokko) 8:57,21 Minuten
8. Tim van de Velde (Belgien) 9:02,03 Minuten
9. Stefan Schmid (Österreich) 9:02,20 Minuten
10. Nikolaos Sakis (Griechenland) 9:02,45 Minuten
 
IAAF Junioren-Weltmeisterschaften 2018 in Tampere