Starker zehnter Platz für Innerhofer bei Berglauf-EM

Manuel Innerhofer bei den Crosslauf-Staatsmeisterschaften 2018 in Salzburg, als er Silber über die Landistanz gewann. © Cross Attack / Alexander Schwarz

Der zweifache Berglauf-Staatsmeister Manuel Innerhofer (LC Oberpinzgau) hat bei den Berglauf-Europameisterschaften in der mazedonischen Hauptstadt Skopje einen starken Auftritt hingelegt. Mit dem zehnten Platz inmitten eines sehr gut besetzten Starterfeldes erreichte der 22-Jährige seine mit Abstand beste Platzierung bei Berglauf-Europameisterschaften und setzte damit erneut sein Talent in dieser Teildisziplin des Laufsports um, das er mit dem überraschenden Gewinn der Bronzemedaille bei der Junioren-WM 2013 bereits angedeutet hatte. Damals wie in diesem Jahr fanden die Titelkämpfe auf einer Uphill-Downhill-Strecke statt.
Die Leistung des Salzburgers war die herausragende eines ansonsten enttäuschenden ÖLV-Teams in Skopje, das in Abwesenheit von Andrea Mayr (SVS Leichtathletik) erwartungsgemäß nicht an früherer Erfolge anknüpfen konnte und mit Ausnahme von Innerhofer im Feld der deutlich geschlagenen Athleten landeten.
 

Manuel Innerhofer bei den Crosslauf-Staatsmeisterschaften 2018 in Salzburg, als er Silber über die Landistanz gewann. © Cross Attack / Alexander Schwarz
Italienischer Dreifachsieg

An der Spitze des Rennens dominierten die Italiener noch deutlicher als gewöhnlich. Bernard Dematteis feierte seinen dritten Europameistertitel in einer Zeit von 46:51 Minuten gemeinsam mit seinen Landsleuten Cesare Maestri und Zwillingsbruder Martin gemeinsam auf dem Podest. Vor zwei Jahren hatte Bernard Martin freiweillig den Vortritt gelassen, als dieser Europameister wurde. Damit gewann Italien bei der 25. Austragung dieser Kontinentalmeisterschaften zum 23. Mal die Goldmedaille, nachdem im vergangenen Jahr Frankreich vorne lag. Die Franzosen gewannen dieses Mal hinter Großbritannien Bronze. Innerhofers zehnter Platz ist das beste ÖLV-Resultat bei Berglauf-Europameisterschaft seit dem achten Platz von Simon Lechleitner (LG Decker Itter) 2012 in der Türkei. Der routinierte Tiroler musste das Rennen heuer frühzeitig beenden. Für eine Klassierung in der Teamwertung waren drei Finisher pro Nation notwendig.
 

Überlegene Titelverteidigung

Das Rennen der Frauen über elf Kilometer, die wie die Männer 700 Höhenmeter im An- und Abstieg zu bewältigen hatten, stand ganz im Zeichen der Top-Favoritin Maude Mathys. Die Titelverteidigerin dominierte das Rennen von Beginn an und erreichte nach 52:32 Minuten das Ziel als umjubelte Siegerin. „Es war mein Ziel, hier zu gewinnen, aber einfach ist das nie“, wurde die 31-Jährige auf der Website des Schweizer Leichtathletik-Verbandes (Swiss Athletics) zitiert. Es war der siebte Berglauf-EM-Titel für die Schweiz, das ist Rekord.
Über vier Minuten später sicherte sich Anais Sabrié aus Frankreich die Silbermedadille. Spannend wurde es nur um Platz drei, für den sich bis zum Ziel eine größere Gruppe bewarb. Emma Gould aus Großbritannien sicherte sich Bronze knapp vor Eli Anne Dvergsdal aus Norwegen, Lucie Marsanova aus der Tschechischen Republik und Elise Poncet aus Frankreich. Als beste Deutsche erreichte Domenika Mayer mit nur neun Sekunden Rückstand auf eine Medaille den siebten Platz und vergab eine mögliche Medaille mit einem Sturz eineinhalb Kilometer vor dem Ziel. Nachdem Katharina Zipser (SK Rückenwind) und Julia Praxmarer (LG Decker Itter) das Handtuch warfen, war Karin Freitag (LG Decker Itter) auf Rang 45 die einzige Österreicherin im Ziel.
 

Juniorentitel nach Rumänien und Italien

In der Juniorenklasse wiederholte der Rumäne Gabriel Bularda seinen Vorjahressieg in einer Zeit von 25:45 Minuten (sechs Kilometer) vor Joseph Dugdale aus Großbritannien und Giovanni Rossi aus Italien. Philip Ertl (SC LT Breitenbach) erreichte das Ziel auf Rang 37. Bei den Juniorinnen siegte die Italienerin Angela Mattevi aus Italien mit einem Vorsprung von fast einer Minute auf die Britinnen Anna MacFayden und Scarlet Dale. Der ÖLV war in diesem Bewerb nicht vertreten.
 

Ergebnisse Berglauf-EM 2018

 

Männer (11km)

Gold: Bernard Dematteis (Italien) 46:51 Minuten
Silber: Cesare Maestri (Italien) 47:18 Minuten
Bronze: Martin Dematteis (Italien) 47:47 Minuten
4. Ferhat Bozkurt (Türkei) 48:00 Minuten
5. Andrew Douglas (Großbritannien) 48:14 Minuten
6. Christian Mathys (Schweiz) 48:34 Minuten
7. Emmanuel Meyssat (Frankreich) 48:47 Minuten
8. Francesco Puppi (Italien) 49:25 Minuten
9. Jan Janu (Tschechische Republik) 50:09 Minuten
10. Manuel Innerhofer (Österreich) 50:18 Minuten

22. Francois Lebouef (Schweiz) 52:06 Minuten
45. Alexandre Jodido (Schweiz) 55:42 Minuten
47. Cédric Lehmann (Schweiz) 55:56 Minuten
DNF Simon Lechleitner (Österreich)

Teamwertung (drei Läufer gewertet)

Gold: Italien 6 Punkte
Silber Großbritannien 28 Punkte
Bronze Frankreich 37 Punkte
4. Tschechische Republik 50 Punkte
5. Türkei 65 Punkte
6. Schweiz 73 Punkte
7. Slowenien 76 Punkte
8. Ukraine 101 Punkte
9. Rumänien 102 Punkte
10. Irland 102 Punkte
 

Frauen (11km)

Gold: Maude Mathys (Schweiz) 52:32 Minuten
Silber: Anais Sabrié (Frankreich) 56:41 Minuten
Bronze: Emma Gould (Großbritannien) 57:48 Minuten
4. Eli Anne Dvergsal (Norwegen) 57:53 Minuten
5. Lucie Marsanova (Tschechische Republik) 57:54 Minuten
6. Elise Poncet (Frankreich) 57:54 Minuten
7. Domenika Mayer (Deutschland) 57:57 Minuten
8. Sarah McCormack (Iralnd) 58:01 Minuten
9. Alice Gaggi (Italien) 58:04 Minuten
19. Clementine Geoffray (Frankreich) 58:10 Minuten

31. Regina Högl (Deutschland) 1:04:02 Stunden
37. Inga Hundeborn (Deutschland) 1:04:37 Stunden
45. Karin Freitag (Österreich) 1:07:23 Stunden
DNF Patra Eggenschwiler (Schweiz)
DNF Katharina Zipser (Österreich)
DNF Julia Praxmarar (Österreich)

Teamwertung (drei Läufeirnnen gewertet)

Gold: Frankreich 18 Punkte
Silber: Tschechische Republik 34 Punkte
Bronze: Großbritannien 39 Punkte
4. Italien 43 Punkte
5. Norwegen 51 Punkte
6. Deutschland 75 Punkte
7. Bulgarien 89 Punkte
8. Spanien 95 Punkte
9. Polen 101 Punkte
10. Türkei 106 Punkte
 

Junioren (6km)

Gold: Gabriel Bularda (Rumänien) 25:45 Minuten
Silber: Joseph Dugdale (Großbritannien) 25:52 Minuten
Bronze: Giovanni Rossi (Italien) 25:57 Minuten
4. Yusuf Matur (Türkei) 26:15 Minuten
5. Ahmet Alkanoglu (Türkei) 26:50 Minuten

20. Robert Sussbauer (Deutschland) 27:59 Minuten
21. Fabian Fux (Schweiz) 28:01 Minuten
27. Marc Rotzetter (Schweiz) 29:24 Minuten
36. Lukas Bunzel (Deutschland) 30:54 Minuten
37. Philipp Ertl (Österreich) 31:09 Minuten

Teamwertung (drei Läufer gewertet)

Gold: Großbritannien 17 Punkte
Silber: Türkei 22 Punkte
Bronze: Frankreich 25 Punkte
4. Italien 30 Punkte
5. Rumänien 35 Punkte
 

Juniorinnen (6km)

Gold: Angela Mattevi (Italien) 29:30 Minuten
Silber: Anna MacFadyen (Großbritannien) 30:24 Minuten
Bronze: Scarlet Dale (Großbritannien) 30:30 Minuten
4. Alessia Scaini (Italien) 30:48 Minuten
5. Constance Parrot (Frankreich) 30:58 Minuten

26. Paulina Wolf (Deutschland) 34:29 Minuten
30. Shelly Schenk (Schweiz) 34:48 Minuten
31. Jana Vollert (Deutschland) 35:13 Minuten
34. Joanna Seiler (Schweiz) 35:55 Minuten
37. Klaudia Söjka (Deutschland) 37:22 Minuten

Teamwertung (drei Läuferinnen gewertet)

Gold: Italien 12 Punkte
Silber: Großbritannien 13 Punkte
Bronze: Frankreich 27 Punkte
4. Rumänien 32 Punkte
5. Tschechische Republik 48 Punkte

8. Deutschland 93 Punkte
 
Berglauf-Europameisterschaften 2018 in Skopje