Kenianischer Youngster sichert sich 800m-Gold

© Commonwealth Games 2018

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Der Kenianer Wycliffe Kinyamal, zarte 20 Jahre alt, hat seinen internationalen Durchbruch geschafft und bei den Commonwealth Games 2018 in Gold Coast die Goldmedaille im 800m-Lauf geholt. Damit beendete der Youngster auch die schwarze Serie des kenianischen Nationalteams, das in den Laufbewerben bisher noch ohne Triumph war. Kinyamal, der im vergangenen Jahr gegen Saisonende erstmals auf europäischem Parkett auftauchte und bei einem Meeting in Rovereto auf Anhieb eine Zeit unter 1:44 Stunden lief, siegte im Carrara Stadium in einer Zeit von 1:45,11 Minuten hauchdünn vor dem bekannt endschnellen Kyle Langford aus England und Luke Mathews aus Australien.
 

Amos verzockt sich

Nijel Amos aus Botswana, der vor vier Jahren in Glasgow den mittlerweile zweifachen Olympiasieger und Weltmeister David Rudisha geschlagen hat, der diesmal verletzungsbedingt fehlte, galt vor dem Rennen als Favorit. So verhielt er sich auch und übernahm sofort die Führung. Wie so oft bei wichtigen Meisterschaften konnte der 24-Jährige die Pace ohne die Hilfe von Pacemakern nicht durchhalten. Auf der Gegengerade stürmte Kinyamal an ihm vorbei, auf der Zielgerade starb er auf Platz zwei liegend gefühlt tausend Tode und wurde bis am Ende des Feldes zurückgereicht. Die Taktik, die ihn bei Meetings regelmäßig zu Spitzenzeiten führt, war bei Meisterschaftsrennen abermals ein Rohrkrepierer.
 

Langford mit einem Superspurt

Während Kinyamal seine Spitzenposition nicht mehr abgab und in 1:45,11 Minuten die Arme jubelnd erhob, gehörte auch sein Landsmann Jonathan Kitilit zu den großen Verlierern des Rennens. Dem jungen Kenianer ging auf der Zielgerade der Sprit aus, er fiel von Platz drei auf Rang sechs zurück.
Den mit Abstand besten Schlussspurt hatte auf der Außenbahn der Engländer Kyle Langford. Vor acht Monaten hatte ihn seine Endschnelligkeit bei den Weltmeisterschaften von London zu einem hervorragenden vierten Platz geführt. Dieses Mal endete das Spektakel lohnreicher. Langford jubelte in persönlicher Bestleistung von 1:45,16 Minuten über Silber und hätte – hätte er noch 20 Meter übrig gehabt – wohl auch den Sieger noch geschnappt. Diese Silbermedaille ist Balsam auf die Seele der Engländer, die nur einen Läufer ins Finale bekommen hatten.
 

Erste Laufmedaille für die Aussies

Zur Freude des Publikums öffnete sich auf der Zielgeraden innen die Lücke und diese Chance ergriff Lokalmatador Luke Mathews. Der 22-Jährige setzte sich auf der Innenbahn im Fernduell mit dem Schotten Jake Wightman auf der Außenbahn, eigentlich ein 1.500m-Spezialist, durch. In 1:45,60 Minuten gewann er in der fünften Laufentscheidung in Gold Coast die erste Medaille für das Gastgeberland. Der Neuseeländer Brad Mathas lieferte die zweite persönliche Bestleistung in den Tagen von Gold Coast und belohnte sich mit Platz fünf.
 

Semenya mit Rekordzeit ins Finale

1.500m-Siegerin Caster Semenya hat über ihre Paradedistanz locker das Finale erreicht. In der schnellsten 800m-Vorlaufzeit jemals bei Commonwealth Games von 1:59,26 Minuten gewann die Südafrikanerin den ersten von drei Vorläufen. Dahinter sicherte sich Alexandra Bell mit einer grandiosen persönlichen Bestleistung von 2:00,11 Minuten das zweite Finalticket. Dagegen konnte ihre englische Landsfrau und Hallen-WM-Medaillengewinnerin Shelayna Oskan-Clarke im zweiten Vorlauf die Zeiten der bisher unbekannten Kenianerin Eglay Nalyanya und Docus Ajok aus Uganda, die beide über die Zeitregel ins Finale rutschten, nicht unterbieten und schied sensationell aus. Oskan-Clarke erreichte eine Zeit von 2:00,81 Minuten und musste sich im wohl best besetzten Vorlauf der Kenianerin Margaret Wambui und der Jamaikanerin Natoya Goule geschlagen geben. Die dritte Kenianerin Emily Tuei und Winnie Nanyondo aus Uganda komplettieren das Finalfeld. Die Australierin Georgia Griffith trotz persönlicher Bestleistung und die Schottin Lynsey Sharp scheiterten.
Der RunAustria-Bericht des 3.000m-Hindernislaufs der Frauen: Sensation in Gold Coast: Praught schlägt Chespol
 

Ergebnis 800m-Finale der Männer

Gold: Wycliffe Kinyamal (Kenia) 1:45,11 Minuten
Silber: Kyle Langford (England) 1:45,16 Minuten
Bronze: Luke Mathews (Australien) 1:45,60 Minuten
4. Jake Wightman (Schottland) 1:45,82 Minuten
5. Brad Mathas (Neuseeland) 1:46,07 Minuten
6. Jonathan Kitilit (Kenia) 1:46,12 Minuten
7. Joseph Deng (Australien) 1:47,20 Minuten
8. Nijel Amos (Botswana) 1:48,45 Minuten
 
Commonwealth Games 2018 in Gold Coast