Wind kann das Feld in Lissabon nicht bremsen

© Lissabon Halbmarathon / Marcelino Almeido

© Lissabon Halbmarathon / Marcelino Almeido
© Lissabon Halbmarathon / Marcelino Almeido
Trotz teilweise starken Windes ist ein qualitativ in der Breite unfassbar starkes Elitefeld der Herren beim Lissabon Halbmarathon serienweise Spitzenzeiten gelaufen. Nicht weniger als zwölf Läufer blieben unter 1:01 Stunden. Schnellster war der Kenianer Erick Kiptanui, der seinen ersten Halbmarathon überhaupt bestritt. „Ich bin überglücklich mit diesem Ergebnis. Vielen Dank an den Veranstalter, dass ich mich eingeladen haben und Vertrauen in mich hatten, dass ich dieses Level abrufen kann“, freute sich der 27-Jährige. Am letzten Tag des Jahres 2017 hatte er in Madrid den Silvesterlauf gewinnen können.
 

Starkes Finale

Bei schwierigen Bedingungen in der portugiesischen Hauptstadt entwickelte sich ein enges, kompaktes Rennen. Kiptanui spielte seine Überlegenheit im Finale aus, als er sich dank einer starken Tempoverschärfung von seiner Konkurrenz absetzen und in einer Zeit von 1:00:05 Stunden einen noch recht deutlichen Vorsprung herausarbeiten konnte. Damit lag die Siegerzeit zum zweiten Mal nach dem Vorjahressieg von Jake Robertson über einer Stunde, nach davor neun Erfolge unter einer Stunde. Im Kampf um Platz zwei setzte sich der Eritreer Yohanes Gebregergish in 1:00:16 Stunden knapp gegen Morris Gachaga aus Kenia durch, beide nutzten das hervorragende Feld zu neuen persönlichen Bestleistungen.
 

Kitwara abgeschlagen

Die prominenten Namen im Feld waren bei der Siegerehrung nur Zuschauer. Der äthiopische Rekordhalter Atsedu Tsegay kam auf Platz fünf ins Ziel, direkt hinter ihm folgte Zersenay Tadese, der jene Strecke, auf der er vor acht Jahren seinen Weltrekord markiert hatte, in einer guten Zeit von 1:00:29 Stunden absolvierte. James Wangari kam als Achter ebenfalls in die Top-Ten. Nicht so gut lief es für zwei Marathon-Stars, die beim Hamburg Marathon angreifen wollen. Sammy Kitwara, der in Lissabon 2016 gewinnen konnte, platzierte sich mit einer Leistung von 1:01:12 Stunden auf Rang 15. Stephen Kiprotich, Olympiasieger im Marathonlauf von London 2012, war gut zwei Minuten langsamer und komplettierte die Top-20.
 

Äthiopischer Dreifachsieg bei den Damen

Ein enges und daher bis zum Schluss spannendes Rennen entwickelte sich auch bei den Damen. Dabei spielte die Äthiopierin Helen Tola, eine der Favoritinnen beim Vienna City Marathon 2018, eine gute Rolle und wurde in einer Zeit von 1:11:33 Stunden Dritte. Sie musste sich ihren beiden Landsleuten Etagegn Woldu, die in 1:11:27 Stunden gewann, und Belaynesh Oljira geschlagen geben. Mimi Belete aus dem Bahrain wurde vor der Kenianerin Magdalyine Masai Vierte. Damit hat zum vierten Mal in den letzten fünf Jahren eine äthiopische Läuferin den Halbmarathon in Lissabon gewonnen. Während der Einfluss des Windes bei den Herren offenbar minimiert wurde, spiegeln sich die schwierigen Bedingungen bei den Damen wieder. Woldu erzielte die langsamste Siegerzeit in der 28-jährigen Veranstaltungshistorie.
 

Ergebnisse Lissabon Halbmarathon

Herren
1. Erick Kiptanui (KEN) 1:00:05 Stunden
2. Yohanes Gebregergish (ERI) 1:00:16 Stunden
3. Morris Gachaga (KEN) 1:00:17 Stunden
4. Nicholas Kosimbei (KEN) 1:00:21 Stunden
5. Atsedu Tsegay (ETH) 1:00:28 Stunden
6. Zerseney Tadese (ERI) 1:00:29 Stunden
7. Alexander Mutiso (KEN) 1:0:31 Stunden
8. James Wangari (KEN) 1:00:49 Stunden
9. Noah Kipkemboi (KEN) 1:00:52 Stunden
10. Birhan Nebebew (ETH) 1:0:53 Stunden

15. Sammy Kitwara (KEN) 1:01:12 Stunden
20. Stephen Kiprotich (UGA) 1:03:24 Stunden
Damen
1. Etagen Woldu (ETH) 1:11:27 Stunden
2. Belaynesh Oljira (ETH) 1:11:29 Stunden
3. Helen Tola (ETH) 1:11:33 Stunden
4. Mimi Belete (BRN) 1:11:38 Stunden
5. Magdalyne Masai (KEN) 1:11:49 Stunden
6. Sofyia Shemsu (ETH) 1:11:50 Stunden
7. Hiwot Ayalew (ETH) 1:11:56 Stunden
8. Pasalia Chepkorir (KEN) 1:13:24 Stunden
9. Kellys Arias (COL) 1:15:27 Stunden
10. Filomena Costa (POR) 1:16:43 Stunden
 
Lissabon Halbmarathon