Elterliche Vorbildfunktion für Aktivität

© Salzburg Marathon / Bryan Reinhart

81% der Jugendlichen im Alter von elf bis 17 Jahren weltweit übt zu wenig körperliche Bewegung aus. Diese erschreckenden Zahlen entstammen einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2010. Die WHO empfiehlt Kindern und Jugendlichen im Alter von fünf bis 17 Jahren moderate physische Aktivität von einer Stunde täglich plus regelmäßige Stärkungsübungen zu Gunsten des Muskel- und Knochenwachstums.
 

© Salzburg Marathon / Bryan Reinhart
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Vorbildfunktion der Eltern wichtig

Die WHO nannte in der Studie damals diverse Gründe für den Bewegungsmangel der Jugend: fehlende Sicherheit, hohes Verkehrsaufkommen, schlechte Luftqualität und fehlendes Sportangebot. Argumente, die vor allem im urbanen Raum tragend sein können. Zu den suboptimalen Rahmenbedingungen kommt aber oft eine entscheidende Komponente hinzu: die Vorbildfunktion der Eltern. Dabei reicht ein aktives Leben der Erwachsenen oft nicht aus, eine wichtige Rolle spielt die direkte Beschäftigung der Eltern mit den Kindern im Rahmen der körperlichen Aktivität. Eine Studie aus den USA kam zur Erkenntnis, dass die Herzraten von Kindern im Vergleich zur körperlichen Aktivität besser harmonierten, wenn Eltern mit ihnen spielten als wenn Freunde mit ihnen spielten oder sie sogar alleine spielte. Sprich: Das Engagement der Eltern ist eine wichtige Komponente für einen aktiven Lebensstil der Kinder.
 

Aktivitätslevel vergleichbar mit Senioren

Dass am elterlichen Engagement oft viel Luft nach oben ist, zeigen die Zahlen einer Studie der John Hopkins Bloomberg School of Public Health in den USA aus dem Jahr 2017: Das Aktivitätslevel von Minderjährigen ist vergleichbar mit jenem von 60-jährigen Menschen, während der Aktivitätslevel von Erwachsenen deutlich besser ist. Ein Problem: Das optimale Zeitfenster für Bewegung bei Schulkindern liegt in den Nachmittagsstunden – eine Zeitspanne, in der sie oft noch in der Schule sitzen müssen oder die Eltern bei der Arbeit sind.