RAK Halbmarathon: Duell der Weltrekordläuferinnen

© RAK Halbmarathon / Victah Sailer
Mary Keitany hat in Ras Al Khaimah bereits dreimal gewonnen. © RAK Halbmarathon / Victah Sailer
Das stärkste Elitefeld der Veranstaltungsgeschichte versprach der Veranstalter des Ras Al Khaimah Halbmarathon in der Vereinigten Arabischen Emirate hinblicklich des Damen-Rennens und hat nicht übertrieben. Nicht weniger als vier Läuferinnen, die eine Bestleistung von unter 1:06 Stunden – das war bis vor vier Jahren noch zehn Sekunden über dem Weltrekord – aufweisen können, führen die Meldeliste an. Fünf weitere Läuferinnen mit Bestleistungen unter 1:07 Stunden komplettieren ein wahnsinnig starkes Starterfeld für das Rennen am Freitag.
 

Mary Keitany fordert Joyciline Jepkosgei

Der RAK Halbmarathon der Damen steht immer im Zeichen eines Weltrekordversuchs, diesesmal im Besonderen im Zeichen des Duells zweier Halbmarathon-Weltrekordhalterinnen. Die 36-jährige Mary Keitany hat ihren Weltrekord sogar hier in Ras Al Khamiah markiert, das war im Jahr 2011 in einer Zeit von 1:05:50 Stunden. Mittlerweile hält sie bei einer Bestleistung von 1:05:13 Stunden, die sie im phänomenalen Vorjahresrennen gelaufen ist, um lediglich mit dem zweiten Platz belohnt zu werden. Es war damals die erste Niederlage Keitanys im Halbmarathon nach neun (!) Jahren.
Trotz dieser unfassbaren Parameter ist die dreifache RAK-Siegerin, der beim London Marathon eine Attacke auf den Marathon-Weltrekord von Paula Radcliffe plant, im Wüstenemirat nicht in der Favoritenrolle. Diese liegt auf den Schultern von Joyciline Jepkosgei, die als bisher einzige Läuferin einen Halbmarathon unter 1:05 Stunden absolviert hat. Und das bereits zweimal. Im vergangenen Jahr musste sich die mittlerweile 24-Jährige noch hinter Peres Jepchirchir und Mary Keitany anstellen, danach trumpfte die Kenianerin allerdings mit zwei Weltrekorden auf der schwierigen Strecke in Prag und im Herbst in Valencia auf. Der Halbmarathon in Ras Al Khaimah wird der erste seit dem Husarenstück von 1:04:51 Stunden am 22. Oktober 2017 in der spanischen Hafenstadt. Die Weltjahresbestleistung der Äthiopierin Ruti Aga, 1:06:39 Stunden, gelaufen in Houston, wackelt kräftig.
 

Trotz abwesender Titelverteidigerin ein Weltklassefeld

Titelverteidigerin Peres Jepchirchir, die im Vorjahr einen sieben Wochen anhaltenden Weltrekord von 1:05:06 Stunden gelaufen ist, fehlt in diesem Jahr aufgrund ihrer Schwangerschaft. Dennoch ist das Feld auch hinter Jepkosgei und Keitany mit Weltklasse bestückt. Fancy Chemutai, im Vorjahr Zweite hinter Jepkosgei in Valencia, und Edith Chelimo, die im Oktober in Cardiff eine Wunderleistung produzierte, sind bereits unter 1:06 Stunden gelaufen. Mit einer Zeit von 1:07:13 Stunden hat die 31-jährige Spätzünderin Chelimo ihre gute Form vor einigen Wochen in Houston bereits nachgewiesen. Mit der 34-jährigen Gladys Cherono ist neben Keitany ein zweiter Halbmarathon-Routinier und stand in Ras Al Khaimah bereits zweimal auf dem Stockerl – inklusive einer persönlichen Bestleistung von 1:06:07 Stunden als Zweitplatzierte 2016, womit sie aktuell die Nummer 15 der ewigen Bestenliste ist. Kopenhagen-Siegerin Eunice Chumba, eine Kenianerin, die für den Bahrain läuft, Joan Melly, Honolulu-Marathon-Siegerin Brigid Kosgei und Caroline Kipkirui, die ihre persönliche Bestleistung vor vier Wochen in Houston markiert hat, sind vier weitere starke Kenianerinnen am Start. 5.000m-Olympiasiegerin Vivian Cheruiyot hat dagegen kurzfristig abgesagt.
 

Im Vorjahr nahm Joyciline Jepkosgei in Ras Al Khaimah Anlauf zu zwei Weltrekordläufen. © RAK Halbmarathon / Victah Sailer
Im Vorjahr nahm Joyciline Jepkosgei in Ras Al Khaimah Anlauf zu zwei Weltrekordläufen. © RAK Halbmarathon / Victah Sailer
 

Achter kenianischer Erfolg in Serie?

Einzig Helen Bekele und Debütantin Degitu Azmeraw aus Äthiopien sowie die Japanerin Yuka Takashima könnten einen kenianischen Sieg verhindern – allerdings ist das reine Theorie. Um die Siegesserie von sieben kenianischen Siegen in Folge nicht zu verlängern, ist ein sportliches Wunder von Nöten.
Die Veranstaltung sieht interessanterweise Preisgelder in diversen Kategorien vor. Für ein Wüstenrennen werden die Gesamtsieger mit umgerechnet rund 11.000 Euro eher wenig fürstlich entlohnt, insbesondere im direkten Quervergleich mit dem Dubai Marathon. Die Streckenrekord-Prämie liegt bei knapp 4.000 Euro. Der Weltrekord-Bonus von rund 80.500 Euro dagegen ist attraktiv.
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