Kurioser und folgenarmer Dopingfall von Jasmijn Lau

Jasmijn Lau bei den Crosslauf-Europameisterschaften 2017 in Samorin, als sie knapp hinter Miriam Dattke Vierte wurde. © SIP / René van Zee

Jasmijn Lau bei den Crosslauf-Europameisterschaften 2017 in Samorin, als sie knapp hinter Miriam Dattke Vierte wurde. © SIP / René van Zee
Jasmijn Lau bei den Crosslauf-Europameisterschaften 2017 in Samorin, als sie knapp hinter Miriam Dattke Vierte wurde. © SIP / René van Zee
Pünktlich zu Monatsende, 31. Jänner veröffentlichte der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) eine Liste aller wegen Dopingvergehen aktuell sanktionierter Athletinnen und Athleten. Überraschend umfasste die Auflistung auch die junge niederländische Läuferin Jasmijn Lau. Noch kurioser: Ihr wird kein Fehlverhalten vorgeworfen, weshalb die Notiz „N/A (No Fault of Negligence)“ in der Spalte Platz fand, in der das Dopingvergehen skizziert wird. Tag des positiven Dopingtests war jener, als das niederländische Lauftalent den 5.000m-Lauf im Rahmen der Junioren-Europameisterschaften 2017 in Grosseto gewann.
 

Hintertückischer Tee

Niederländische Medien gingen dem kuriosen Dopingfall auf die Spur. Die Ermittlungen der IAAF ergaben, dass das positive Ergebnis der Dopingprobe auf eine Substanz zurückzuführen war, die Lau vor dem Rennen mit einem Tee konsumiert hatte. Sie konnte von dem verbotenen Stoff nichts wissen, weshalb sie als unschuldig eingestuft wurde und freigesprochen wird. „Nach den Europameisterschaften bin ich in den Urlaub gefahren. Kurze Zeit danach habe ich vom positiven Test gehört. Es war eine wirklich schlimme Zeit. Zum Glück haben mir meine Mutter und mein Trainer Honoré Hoedt sehr geholfen und mich unterstützt. Zu hören, dass ich nicht verantwortlich gemacht würde, war eine große Erleichterung“, schildert die 18-Jährige der niederländischen Tageszeitung „De Telegraaf“.
 

Miriam Dattke wird wohl EM-Titel erben

Den EM-Titel von Grosseto wird Jasmijn Lau allen Anschein nach dennoch verlieren, weil die IAAF als einzige Sanktion eine eintägige Sperre für jenen Tag ausgesprochen hat. Damit würde die Deutsche Miriam Dattke profitieren und ihre Silbermedaille gegen Gold eintauschen. „Dass ich den Titel verliere, ist zwar schade, aber das macht mir nichts aus. Ich weiß, dass ich an diesem Tag die Schnellste war und das bleibt mir in Erinnerung“, gibt sich Lau kämpferisch.

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