Campaccio-Siege für Rengeruk und Kibet

Lilian Rengeruk entschied das Duell gegen Agnes Tirop für sich. © Veranstalter / Giancarlo Colombo

Lilian Rengeruk entschied das Duell gegen Agnes Tirop für sich. © Veranstalter / Giancarlo Colombo
Lilian Rengeruk entschied das Duell gegen Agnes Tirop für sich. © Veranstalter / Giancarlo Colombo
Die Kenianer Lilian Rengeruk und James Kibet sind die Sieger der 61. Auflage des Crosslaufs Campaccio im norditalienischen San Giorgio su Legnano, Station Nummer drei der Crosslauf Permit Meeting-Serie des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF) im laufenden Winter. Insbesondere das sechs Kilometer lange Rennen der Damen hielt die hohen Versprechungen, die durch die hervorragende Besetzung gesetzt wurden. Am Ende stach Lilian Rengeruk aus dem kenianischen Star-Trio hervor und siegte in einer Zeit von 19:02 Minuten vor Agnes Tirop und Gete Alemayehu aus Äthiopien, während Favoritin Hellen Obiri nur Vierte wurde.
 

Attacke von Tirop in der letzten Runde

Während der zweiten von drei Runden unterschiedlicher Länge übernahm Agnes Tirop, Crosslauf-Weltmeisterin von 2015 und WM-Fünfte in dieser Disziplin zwei Jahre später, die Initiative und attackierte ein weiteres Mal zu Beginn der Schlussrunde. Diese Tempoverschärfung bewirkte, dass Titelverteidigerin Hellen Obiri den Anschluss verlor. Die dominante 5.000m-Läuferin des vergangenen Jahres kam als Vierte ins Ziel und verlor fast eine Minute auf ihren überlegenen Streckenrekord im vergangenen Jahr.
 

Entscheidung auf der Zielgerade

Vorne entwickelte sich ein faszinierendes Duell zwischen den beiden weiteren kenianischen Stars im Rennen: Lilian Rengeruk, die als einzige der Tempoverschärfung der BOclassic-Siegerin Tirop widerstanden hatte, befand sich im Windschatten ihrer Konkurrentin, als das Duo um die letzte Kurve bog. Auf der Zielgerade hatte die hoch aufgeschossene WM-Bronzemedaillengewinnerin des vergangenen Jahres die höhere Endgeschwindigkeit und setzte sich mit einer Sekunde Vorsprung durch. „Angesichts dieses hochklassigen Feldes ist das ein unerwarteter Erfolg für mich. Ein toller Start ins neue Jahr!“, jubelte die 20-Jährige.
Gete Alemayehu aus Äthiopien konnte sich im Kampf um Platz drei überraschend gegen Hellen Obiri durchsetzen. Peruth Chemutai, Zweite des Silvesterlaufs in Peuerbach (siehe RunAustria-Bericht), belegte Rang fünf, die US-amerikanische Marathon-Spezialistin Desiree Linden kam auf Position acht ins Ziel.
 

Favorit Chelimo geschlagen

Ein spannendes Rennen entwickelte sich am regnerischen und kühlen Dreikönigsfeiertag in San Giorgio su Legnano auch bei den Herren in einem breiten und gut besetzten Feld. Früh übernahm der US-Amerikaner Paul Chelimo, für viele der Favorit in diesem Rennen, die Tempogestaltung. Kurz nach Halbzeit des zehn Kilometer langen Rennens attackierte überraschend der junge Italiener Yemaneberhan Crippa, der zuletzt beim BOclassic eine starke Vorstellung gezeigt und lediglich durch eine Unachtsamkeit ein besseres Resultat als den vierten Platz vergeigt hatte (siehe RunAustria-Bericht). Wenig später setzte sich der eher unbekannte Eritreer Filmon Ande an die Spitze, auch er konnte aber keine Vorentscheidung erzwingen. 300 Meter vor dem Ziel zogen der Kenianer James Kibet und der Äthiopier Tesfaye Deriba davon, Chelimo konnte nicht mehr folgen. Während Kibet sich in einer Zeit von 29:34 Minuten knapp gegen seinen äthiopischen Kontrahenten durchsetzte, musste sich 5.000m-WM-Medaillengewinner Chelimo mit Rang drei zufrieden geben. „Mein Plan, auf die letzten Meter zu warten, ging perfekt auf“, freute sich der Sieger. Kibet ist der erste kenianische Sieger beim Cross Campaccio seit Edwin Soi vor sechs Jahren.
 

Moen Siebter

Mit Position sechs gelang Lokalmatador Crippa ein weiteres Spitzenresultat. Er reihte sich direkt hinter Mande Bushendich, der beim Silvesterlauf in Peuerbach das Podest erreicht hatte, ein. Marathon-Europarekordhalter Sondre Nordstad Moen lief ein unspektakuläres Rennen und kam neun Sekunden hinter Crippa auf Platz sieben ins Ziel.
 

Ergebnisse Cross Campaccio 2018

Herren (10 km)
1. James Kibet (KEN) 29:34 Minuten
2. Tesfaye Deriba (ETH) 29:34 Minuten
3. Paul Chelimo (USA) 29:38 Minuten
4. Filmon Ande (ERI) 29:40 Minuten
5. Mande Bushendich (UGA) 29:49 Minuten
6. Yemaneberhan Crippa (ITA) 29:51 Minuten
7. Sondre Nordstad Moen (NOR) 30:00 Minuten
8. Abdi Bashir (BEL) 30:09 Minuten
9. Joseph Gray (USA) 30:16 Minuten
10. Faniel Ghebrehiwet (ITA) 30:035 Minuten
Damen (6 km)
1. Lilian Rengeruk (KEN) 19:02 Minuten
2. Agnes Tirop (KEN) 19:03 Minuten
3. Gete Alemayehu (ETH) 19:23 Minuten
4. Hellen Obiri (KEN) 19:28 Minuten
5. Peruth Chemutai (UGA) 19:34 Minuten
6. Muriel Coneo (COL) 20:24 Minuten
7. Valeria Roffino (ITA) 20:39 Minuten
8. Desiree Linden (USA) 20:44 Minuten
9. Martina Merlo (ITA) 20:55 Minuten
10. Matylda Kowal (POL) 21:01 Minuten