Kenianische Siege beim Singapur Marathon

© Singapur Marathon

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Dass ein mit dem Gold Label des Leichtathletik-Weltverbands (IAAF) ausgezeichneter Marathon mit der entsprechend namhaften Besetzung nicht unbedingt automatisch Spitzenzeiten generiert, zeigte sich beim Singapur Marathon 2017 – ein Event, dass bei einer etwaigen Erweiterung der World Marathon Majors (WMM) wohl eine aussichtsreiche Bewerbung abgeben dürfte. Bei den Herren erzielte der Kenianer Cosmas Kimutai auf der allerdings nicht für Weltklassezeiten bekannten Strecke im Kleinstaat die langsamste Siegerzeit seit 2001. Als Kompensation für die fehlenden Spitzenzeiten bekam der Singapur Marathon allerdings zwei enge und spannende Rennen – und das ist oft mehr Wert als Siegerzeiten im erweiterten Spitzenbereich. Und immerhin: Obwohl Damen-Siegerin Pamela Rotich über sechseinhalb Minuten über dem Streckenrekord blieb, blieb sie als erste Läuferin seit fünf Jahren in Singapur unter 2:40 Stunden.
 

Vorstoß im Hitzerennen

Die größte Herausforderung für die Teilnehmer stellte die Hitze dar. Denn obwohl der Startschuss bereits um halb fünf Uhr morgens fiel, kletterte das Thermometer noch während des Laufs auf 28°C – nicht untypisch für Singapur auch zu dieser Jahreszeit. Das Spitzenfeld der Herren reagierte mit einer konservativen Herangehensweise und verbrachte exakt 72 Minuten auf der ersten Streckenhälfte. Auch danach wurde das Rennen kaum schneller, bei Kilometer 30 befanden sich noch zehn Läufer in der Spitzengruppe. Zehn Kilometer vor dem Ziel attackierte Cosmas Kimutai und reduzierte die Spitzengruppe, unter anderem fiel Kennedy Lilian, Sieger von 2012, zurück. Allmählich setzte sich der 32-Jährige, der vor dem Rennen als krasser Außenseiter gehandelt wurde, von all seinen Widersachern ab und verteidigte einen kleinen Vorsprung bis ins Ziel. In seinem ersten Marathon seit über drei Jahren überquerte er die Ziellinie in einer Zeit von 2:22:48 Stunden. Justus Kimutai und Paul Matheka folgten wenige Sekunden später auf den Rängen zwei und drei. Die als Favoriten gehandelten Kenianer Mark Kiptoo, ehemaliger Sieger des Frankfurt Marathon, und Cybrian Kotut, ehemaliger Sieger des Paris Marathon, mussten sich mit den Positionen vier und zehn zufrieden geben.
 

Attacke fünf Kilometer vor dem Ziel

Ähnlich konservativ begann auch das Rennen der Damen. Die Spitze passierte die Zwischenzeit beim Halbmarathon in einer Zeit von 1:19:52 Stunden. Eine vierköpfige Spitzengruppe diktierte in der weiteren Folge das Rennen. Als die entscheidende Phase begann, befanden sich mit Titelverteidigerin Rebecca Chesir und deren kenianischer Landsfrau Pamela Rotich nur noch zwei Läuferinnen vorne. Fünf Kilometer vor dem Ziel attackierte die 33-jährige Rotich und sorgte für eine Vorentscheidung. In einer Zeit von 2:38:31 Stunden überquerte sie die Ziellinie mit einem Vorsprung von 17 Sekunden auf Chesir und 36 Sekunden auf die drittplatzierte Peninah Arusei.
Der Singapur Marathon bleibt damit fest in kenianischer Hand: Bei den Herren war es der 16. kenianische Erfolg in Folge, bei den Damen sechste in den vergangenen sieben Jahren.
 

Ergebnisse Singapur Marathon 2017

Herren
1. Cosmas Kimutai (KEN) 2:22:48 Stunden
2. Justus Kimutai (KEN) 2:23:07 Stunden
3. Paul Matheka (KEN) 2:23:25 Stunden
4. Mark Kiptoo (KEN) 2:23:41 Stunden
5. Kennedy Lilian (KEN) 2:24:11 Stunden
6. Cosmas Muteti (KEN) 2:24:12 Stunden
7. Samwel Maswai (KEN) 2:24:48 Stunden
8. Eliud Tarus (KEN) 2:25:03 Stunden
9. Kiprop Tonui (KEN) 2:25:11 Stunden
10. Cybrian Kotut (KEN) 2:26:26 Stunden
Damen
1. Pamela Rotich (KEN) 2:38:31 Stunden
2. Rebecca Chesir (KEN) 2:38:48 Stunden
3. Peninah Arusei (KEN) 2:39:07 Stunden
4. Rebecca Korir (KEN) 2:42:37 Stunden
5. Peninah Kigen (KEN) 2:42:56 Stunden
6. Chaltu Waka (ETH) 2:47:00 Stunden
7. Betty Chepleting (KEN) 2:47:24 Stunden
8. Gulzhanat Zhanatbek (KAZ) 2:52:20 Stunden
9. Mary Akor (USA) 2:59:44 Stunden
10. Rachel See (SIN) 3:11:08 Stunden
 
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