Gesenkter Vitamin-D-Spiegel

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Der Wintereinbruch erfolgte pünktlich vor der Adventzeit. Die Tage werden immer kürzer und viele Menschen verbringen zu dieser Zeit kaum Zeit im Freien bei Tageslicht, nicht selten beruflich bedingt. Dies bringt besonders für Läufer ein große gesundheitliche Herausforderung mit sich. Denn der Körper produziert automatisch Vitamin D, wenn er genügend Tageslicht absorbiert – im Idealfall Sonnenlicht. Im Gegensatz zu traditionellen Definition von Vitaminen wird Vitamin D nämlich vom Körper selbst synthetisiert. Der Mensch muss nur für die dafür notwenigen Reize sorgen.
 

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Laufrunde im Freien

Vitamin D ist nicht nur essentiell für die Gesundheit und das Wohlbefinden, ein Mangel lässt auch den Fitnessgrad von Sportlern sinken. Unter diesem Gesichtspunkt ist es beispielsweise nicht ratsam, die Laufeinheiten vom Freien ins Innere verlegen. Eine Studie der Universität in Liverpool, welche Freizeitsportler genauso wie Profisportler berücksichtigt, stellte fest, dass 70% der Probanden ein „besorgniserregend niedriges Niveau“ an Vitamin D aufwiesen, weil sie häufig in der Halle oder zu frühen Morgen- und späten Abendstunden trainieren. Das Problem des Vitamin-D-Mangels ist in nördlichen Gefilden wie in Skandinavien weit größer, aber auch hierzulande gilt ihm Beachtung zu schenken. Folgen eines niedrigen Vitamin-D-Spiegels sind eine eintretende Müdigkeit, bekannt als Winterblues, bis hin zu Aufmerksamkeitsdefiziten und depressivem Gedankengut.
 

Fitter durch den Winter

Leistungseinbußen bei einem niedrigen Vitamin-D-Level begründen sich in der Funktion des Vitamins. Es unterstützt die Muskelzellen bei der Regeneration nach fordernden sportlichen Einheiten, fördert generell das Muskelwachstum, reguliert den Kalziumhaushalt und schützt das menschliche Immunsystem unter körperlicher Beanspruchung. Bei einem weiteren Experiment der Universität in Liverpool fanden die Forscher wesentliche Unterschiede zwischen einer Probandengruppe von Fußballern, die Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D erhielten, und jener, die mit einem Placeboeffekt versorgt wurden: Sie verbesserten ihre Leistung bei verschiedenen Übungen teilweise deutlich, während bei der Kontrollgruppe keine Verbesserungen festgestellt wurden. Dass Sportler mit niedrigen Vitamin D Level in den Wintermonaten deutlich verletzungsanfälliger sind, demonstriert eine US-Studie an Schwimmern. (vgl. Athletics Weekly)
 

Alternativen für die Wintermonate

Viele Experten treten Nahrungsergänzungsmitteln generell eher skeptisch gegenüber, insbesondere aufgrund des nahezu explodierenden Angebots. Nahrungsergänzungsmittel, die die Vitamin-D-Produktion anfeuern, werden grundsätzlich aber empfohlen – besonders jenen Sportlern, die in den Wintermonaten tagsüber wenig Zeit im Freien verbringen. Allerdings sind Nahrungsergänzungsmittel kein Muss, denn neben der Sonne gibt es eine weitere Quelle für das fettlösliche Vitamin D: fettreiche Ernährung. Ideal sind hier Eier, fetthaltige Fische wie Lachs oder Tunfisch, Pilze und Leber.
Laut einer Studie der University of Bangor in Wales produziert ein menschlicher Körper im Sommer rund 80% der förderlichen Menge von Vitamin D über das Sonnenlicht, 20% bleibt für die Ernährung übrig. Im Winter ist das Verhältnis exakt umgekehrt. Bei starker Sonneneinstrahlung im Sommer reichen übrigens bereits rund 15 Minuten direktes Sonnenlicht pro Tag, um den Körper genügend Vitamin D produzieren zu lassen. Bei der schwachen Sonneneinstrahlung in den Wintermonaten ist es etwas mehr.
 
Von der Sonne geküsst – ein Artikel von Karl Aumayr zum Thema Vitamin D im RunUp, Ausgabe: Winter 2017