Kräftige Beinmuskulatur gegen Rückenschmerzen

© SIP / Johannes Langer

Rückenschmerzen sind nicht nur eine weit verbreitete Plage im Alltagsleben, sondern auch ein lästiger Begleiter so manchen Läufers. Eine unbedachte und falsche Bewegung kann reichen, um das Kreuz zu verreißen und zu einer Trainingspause gezwungen zu sein. Wie bei allen Beschwerden kann mit richtigen präventiven Kräftigungsübungen das Risiko gesenkt werden. Bezüglich von Schmerzen im unteren Rückenbereich sind jedoch nicht Übungen zur Kräftigung der Muskulatur in diesem Körperbereich am ratsamsten, sondern Kräftigungsübungen der Beinmuskulatur. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Studie aus Singapur, die im Sommer im Fachmagazin „Medicine & Science in Sports & Exercise“ veröffentlicht wurde. Sie baut auf einer früheren Studie derselben Forscher auf, die feststellte, dass Läufer, die regelmäßig unter Rückenschmerzen leiden, eine schwächere Beinmuskulatur aufwiesen als gesunde Läufer.
 

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Drei Probandengruppen im Vergleich

Die asiatischen Forscher wählten für ihre Studie 84 Probanden aus, allesamt Freizeitläufer (zwei bis fünf Laufeinheiten wöchentlich) und allesamt auf einer Warteliste für eine Psychotherapie gegen Schmerzen im unteren Rückenbereich in einem örtlichen Krankenhaus. Sie wurden einem von drei achtwöchigen Trainingsprogrammen zugeteilt. Eine Probandengruppe absolvierte verstärkt Kräftigungsübungen der unteren Beinmuskulatur. Die zweite Gruppe absolvierte verstärkt Kräftigungsübungen der Rückenmuskulatur. Die dritte Gruppe absolvierte keine Kräftigungsübungen, sondern Stabilisierungs- und Balanceübungen im Lendenwirbel-Bereich.
 

Besserung bei allen Probanden

Ein halbes Jahr nach dem Trainingsprogramm mussten die Probanden anhand einer Punkteskala die Verbesserungen bei den Rückenschmerzen angeben. Alle Probanden gaben fortschrittliche Besserungen an. Am besten schnitt jene Gruppe ab, die vorwiegend die Beinmuskulatur trainierte. Dies erklärten die Wissenschaftler mit der besseren Fähigkeit einer trainierten Beinmuskulatur, die beim Laufen entstehenden Kräfte zu absorbieren. Bei den beiden Kontrollgruppen gab es trotz der verschiedenen Ansätze kaum Unterschiede.