Fußsohle als Indikator für Verletzungen

© SIP

Eine aktuelle Studie aus den USA kommt zur Erkenntnis, dass die Konstitution der Fußsohle ein Indikator ist, für welche Verletzungen Läufer eher anfällig sind. So analysierten die Forscher der University of Memphis und der Virginia Commonwealth University, dass Läufer mit einer höheren Wölbung an der Unterseite des Fußes verstärkt anfällig für Knochenverletzungen wie Schienbeinreizungen oder Stressfrakturen in Schienbein oder anderen Bereichen im Fuß sind. Dagegen leiden Läufer mit einer niedrigeren Wölbung an der Unterseite des Fußes häufiger an Verletzungen in Gelenken und Sehnen wie zum Beispiel im Knie oder an der Achillessehne.
 

© SIP
© SIP
 

Steifes Skelett oder steife Muskulatur

Die Forscher liefern folgende Begründung: Läufer mit höherer Wölbung an der Fußsohle tendieren automatisch dazu, eine höhere Steifigkeit in den Beinen und im Skelett aufzuweisen. Der Körperschwerpunkt verändert sich während der Laufschritte weniger als bei Läufern mit niedriger Wölbung an der Fußsohle. Läufer mit niedriger Wölbung an der Fußsohle weisen eine höhere Steifigkeit in der Muskulatur auf. In beiden Fällen errechneten die Forscher, dass die Läufer auf die höhere Steifigkeit im Skelett respektive einer höheren Steifigkeit in der Muskulatur angewiesen sind, um die Energie jedes Schrittes zu absorbieren. An einer ausgeklügelten biomechanischen Analyse nahmen zehn Läuferinnen mit höherer Wölbung und zehn Läuferinnen mit niedriger Wölbung an der Fußsohle teil. Alle Probandinnen waren Vorfuß- oder Mittelfußläuferinnen. Bemerkenswert ist, dass keine männlichen Läufer und keine Fersenläuferinnen an der Studie beteiligt waren.
 

Indizien für den Laufschuh-Kauf

Die Erkenntnisse dieser Studie, die im Fachmagazin „Medicine & Science in Sports & Exercise“ veröffentlicht wurde, bestätigten die Ergebnisse diverser Studien in den letzten beiden Jahrzehnten. Sie sollen beim Kauf des richtigen Laufschuhs eine wichtige Entscheidungshilfe bieten. Dem entgegen steht eine Studie aus Luxemburg (siehe RunAustria-Bericht), die den Laufschuh im Allgemeinen als irrelevantes Kriterium für Verletzungsprävention klassifizierte. Allerdings: Die an dieser Studie beteiligten Forscher erkannten Indizien, dass Laufschuhe ohne Sprengung weniger Knieverletzungen verursachen könnten und umgekehrt Laufschuhe mit Sprengung weniger Verletzungen im Fußbereich.