VO2max – die maximale Sauerstoffaufnahme

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Der so genannte VO2max-Wert ist im Sport ein anerkannter und etablierter Indikator für aerobe Fitness, aber auch für Gesundheit im Allgemeinen. Dieser Wert ermittelt die maximale Sauerstoffaufnahme in der Muskulatur, der Sauerstoff wird über das Blut angeliefert. Je besser ein Ausdauersportler trainiert ist, desto höher sein VO2max-Wert. Allerdings trifft dieser Wert nicht nur Aussagen über die Leistungsfähigkeit des Herz’ – der Herzmuskel wird ja durch körperliches Training trainiert – und der Lunge, sondern bringt auch Erkenntnisse über die Blutbahnen und die beim Sport beanspruchte Muskulatur. Beim Laufen ist dies vorwiegend die Beinmuskulatur, deren Training einen mindestens genauso wichtigen Input auf die Verbesserung des VO2max-Werts hat wie das Training des Herz-Kreislauf-Systems. Das geht aus einer Studie aus den USA hervor.
 

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VO2max-Wert sinkt im Laufe des Lebens

Aufgrund der Bedeutung des VO2max-Wertes haben sich US-amerikanische Kardiologen kürzlich dafür ausgesprochen, die Untersuchung des VO2max-Wertes in ein regelmäßiges Repertoire ärztlicher Untersuchungen aufzunehmen. Schließlich liefert er auch wichtige Informationen zur körperlichen Entwicklung im Alter. Genauso wie die Leistungsfähigkeit nimmt auch der VO2max-Wert stetig ab, je älter ein Mensch wird. Denn nicht nur der Herzmuskel verliert an Leistungsfähigkeit, auch der Bluttransport funktioniert bei einem jungen Menschen effektiver als bei einem alten – so die Theorie, die immer wieder von einzelnen Phänomenen wie zum Beispiel dem mittlerweile verstorbenen kanadischen Marathonläufer Ed Whitlock, der in den vergangenen Jahren zahlreiche Masters-Weltrekorde aufgestellt hat, aus den Angeln gehoben wird.

US-Studie: Jüngere Menschen um 38% höheren VO2max-Wert

Ein Forschungsteam der University of Utah hat sich in den letzten Jahren als Fachkräfte auf dem Gebiet der maximalen Sauerstoffaufnahme etabliert. Die amerikanischen Wissenschaftler kamen zur Erkenntnis, dass die Abnahme des VO2max-Wertes im Laufe des Lebens nicht einzig allein dem Alter geschuldet ist, sondern auch dem Level der Aktivität. Bei einem Vergleich zweier Probandengruppe – auf der einen Seite unsportliche Menschen im Durchschnittsalter von 26 Jahren, auf der anderen unsportliche Menschen im Durchschnittsalter von 75 Jahren – stellte sich anhand eines Zeitfahrens auf dem Fahrrad Folgendes heraus: Die Gruppe der älteren Menschen hatte im Durchschnitt ein um 38% niedrigeren VO2max-Wert. Einzig die muskulären Tätigkeit in einem Bein berücksichtigend, verkleinerte sich der Unterschied auf 27%. Die Leistungskraft des Herzmuskels und der Blutbahnen spielt im zweiten Vergleich natürlich eine geringere Rolle. Dies ist aber auch ein Indikator dafür, dass Menschen in der Lage sind, durch regelmäßiges Training bis ins Alter und dadurch erhöhter Fitness ihren gesundheitlichen Zustand zu verbessern.

Mitochondrien spielen wichtige Rolle

Eine wichtige Komponente ist laut dem Forscherteam aus Utah die Fähigkeit der Mitochondrien in der Muskulatur, den angelieferten Sauerstoff zu verwerten. Hier liefert eine Studie derselben Forscher aus dem letzten Jahr interessante Ergebnisse, als sie eine Gruppe sportlicher und eine Gruppe unsportlicher Probanden miteinander verglichen. Zwar waren Unterschiede bei der kardiovaskulären Leistungsfähigkeit ebenfalls bedeutend, der größte Nachteil der unsportlichen Probanden war jedoch die geringe Fähigkeit der Mitochondrien in deren Muskulatur, den vorhandenen Sauerstoff zu verwerten.
 
Quelle: www.runnersworld.com