Streckenrekorde beim Usti nad Labem Halbmarathon

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Der Usti nad Labem Halbmarathon im Norden der Tschechischen Republik, traditionell letzte Veranstaltung der RunCzech Running League, hat sich mit seinen Spitzenresultaten nahtlos in eine sensationelle Laufsportsaison auf tschechischem Boden eingereiht. Zwar fielen dieses Mal keine Weltrekorde, allerdings erreichten die Elitefelder fantastische Leistungen, die zu mehreren „Hausrekorden“ und zwei neuen Streckenrekorden durch Barselius Kipyego und Violah Jepchumba führten.
 

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Eine Sekunde schneller als im Vorjahr

Das bereits hochklassige Resultat aus dem Vorjahr zu übertreffen, war für das Herren-Feld rund um Titelverteidiger Barselius Kipyego eine hohe Hürde. Doch ein starkes und breit aufgestelltes Feld, optimale Laufbedingungen mit Windstille und rund 12°C am Samstagabend bildeten den optimalen Rahmen eines erneut schnellen Rennens. „Das Resultat der Eliteläufer ist einfach phänomenal. Wir hätten nicht erwartet, das Ergebnis aus dem letzten Jahr zu toppen“, strahlte Carlo Capalbo, Präsident der RunCzech Running League, der bei all seinen vier Halbmarathon-Rennen Siegerzeiten unter einer Stunde feiern konnte.
Aus dem Elitefeld in Usti nad Labem entpuppten sich Barselius Kipyego und dessen kenianischer Landsmann Josphat Tanui als die Stärksten heraus. In der entscheidenden Phase setzte sich der Vorjahressieger ab und brach in einem spannenden Duell gegen die Uhr den Streckenrekord aus dem Vorjahr um eine Sekunde. „Ich habe dieses Rennen wirklich genossen. Es lief alles nach Plan und das Wetter hat gepasst“, erklärte Kipyego. In einer Siegerzeit von 59:14 Minuten schrammte der 24-Jährige nur um vier Sekunden an der Weltjahresbestleistung seines Landsmanns Bedan Karoki vorbei und freute sich über eine persönliche Bestleistung. Der 23-jährige Tanui kam acht Sekunden später ins Ziel und markierte in einer persönlichen Bestleistung die viertschnellste Halbmarathonzeit des Jahres.

Dichtes Spitzenfeld und japanischer Rekord

Auch der drittplatzierte Ismail Juma, Neunter der Crosslauf-Weltmeisterschaften 2015, blieb deutlich unter einer Stunde – zum ersten Mal in seinem Leben. Wie dicht und leistungsstark das Feld in Usti nad Labem war, zeigt die Tatsache, dass gleich neun Läufer unter der Marke von 1:00:30 Stunden blieben. Dabei mussten sich die mitfavorisierten Aziz Lahbabi aus Marokko und Solomon Yego aus Kenia mitten im Verfolgerfeld mit den Plätzen sechs und sieben zufrieden geben.
Grund zur Freude hatte auch der achtplatzierte Japaner Yuta Shitara, der in einer Zeit von 1:00:17 Stunden einen neuen japanischen Landesrekord erzielte. Der 25-Jährige lief um acht Sekunden schneller als Atsushi Sato vor zehn Jahren bei den Weltmeisterschaften in Udine, als er Neunter wurde.
 

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Jepchumba im Alleingang zum Streckenrekord

Nur eine Woche, nachdem Violah Jepchumba beim Birell Grand Prix von Prag ganz im Schatten ihrer Landsfrau und neuen Weltrekordhalterin Joyciline Jepkosgei stand, setzte sich die Neo-Bahraini in Usti nad Labem die Krone auf. „Ich bin glücklich, dass ich heute gewinnen konnte. Wenn man dabei auch noch den Streckenrekord verbessert, ist es unmöglich, nicht happy zu sein“, kommentierte die 26-Jährige nach ihrem drittschnellsten Halbmarathon in diesem Jahr. In einer Spitzenzeit von 1:06:06 Stunden blieb die von Beginn an als Solistin auftretende, gebürtige Kenianerin 71 Sekunden unter dem bisherigen Streckenrekord von Peres Jepchirchir aus dem Jahr 2015.
Auch die Verfolgerinnen konnten ordentlich glänzen. Nancy Kiprop (1:07:22 Stunden) und Lucy Cheruiyot (1:07:23 Stunden) markierten deutliche persönliche Bestleistungen und durften gemeinsam mit der Siegerin zur Siegerehrung. Die Entscheidung im Kampf um Position zwei fiel erst auf den letzten Metern. Mit Stacy Ndiwa knackte auch noch eine vierte Läuferin die Marke von 1:10 Stunden.

Lokalmatadorin Vrabcova-Nyvltova verpasst tschechischen Rekord

Die Tschechin Eva Vrabcova-Nyvltova ist mit dem ambitionierten Ziel ins Rennen gegangen, den 23 Jahre alten tschechischen Landesrekord von Alena Peterkova zu verbessern. Am Ende verpasste die 31-Jährige diesen um exakt 20 Sekunden und ihre eigene persönliche Bestleistung um 16 Sekunden. „Die erste Rennhälfte war großartig, ohne Zwischenfälle. Ich war überzeugt davon, den Rekord zu brechen. Aber nachdem mein Pacemaker ausstieg, hatte ich das Problem, dass meine kenianischen Mitläuferinnen nicht mit mir kooperierten und ich Zeit verlor. Dennoch ist dieses Resultat eine Motivation für mich. In einer Zeit von 1:11:22 Stunden gelang der Lokalmatadorin als Siebte dennoch der Sprung ins Spitzenfeld. Die Südtirolerin Silvia Weissteiner erzielte auf Rang zehn in einer Zeit von 1:13:50 Stunden eine persönliche Bestleistung.
3.700 Läuferinnen und Läufer aus 39 Nationen nahmen am diesjährigen Usti nad Labem Halbmarathon teil.
 

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Ergebnisse Usti nad Labem Halbmarathon

Herren
1. Barselius Kipyego (KEN) 59:14 Minuten
2. Josphat Tanui (KEN) 59:22 Minuten
3. Ismail Juma (TAN) 59:30 Minuten
4. Wilfred Kimitei (KEN) 1:00:12 Stunden
5. Philip Tarbei (KEN) 1:00:13 Stunden
6. Aziz Lahbabi (MAR) 1:00:15 Stunden
7. Solomon Yego (KEN) 1:00:16 Stunden
8. Yuta Shitara (JPN) 1:00:17 Stunden
9. Isaac Langat (KEN) 1:00:25 Stunden
10. Kenneth Keter (KEN) 1:01:05 Stunden
Damen
1. Violah Jepchumba (BRN) 1:06:06 Stunden
2. Nancy Kiprop (KEN) 1:07:22 Stunden
3. Lucy Cheruiyot (KEN) 1:07:23 Stunden
4. Stacy Ndiwa (KEN) 1:09:09 Stunden
5. Yvonne Jelagat (KEN) 1:10:25 Stunden
6. Belaynesh Tsegaye (ETH) 1:10:28 Stunden
7. Eva Vrabcova-Nyyvltova (KEN) 1:11:22 Stunden
8. Lydia Rotich (KEN) 1:11:25 Stunden
9. Iulia Shmatenko (UKR) 1:12:45 Stunden
10. Silvia Weissteiner (ITA) 1:13:50 Stunden
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