Die WM 2017 in Zahlen

© IAAF / Weltmeisterschaften 2017 in London
© IAAF / Weltmeisterschaften 2017 in London
Die allgemeine Vorfreude auf die Weltmeisterschaften in London ist aufgrund der fabelhaften Erfahrungen von den Olympischen Spielen 2012 in der internationalen Leichtathletik groß. Die Leichtathletik-Bewerbe zählten damals, als Sebastian Coe Präsident des Londoner Organisationskomittees war, zu den Stimmungshöhepunkten der jüngeren Sportgeschichte und in der Leichtathletik-Historie zu den absoluten Highlights – auch, was die sportlichen Leistungen betraf. Diesbezüglich verdarben etliche nachträglich erwiesene und sanktionierte Dopingfälle insbesondere auch auf den Laufdistanzen den Eindruck. Dass die Weltmeisterschaften 2017 aus sportlicher Sicht eine WM der Rekorde wird, dafür gibt es durchaus Vorboten durch außergewöhnliche Leistungen in mehreren Disziplinen im Vorfeld. Bereits jetzt garantiert ist, dass das Event aus organisatorischer Sicht eine WM der Rekorde wird. RunAustria hat die wichtigsten Zahlen zu der 16. Ausgabe der IAAF Weltmeisterschaften zusammengefasst.

Premiere für Großbritannien

Zum ersten Mal in der Geschichte der Leichtathletik finden die Weltmeisterschaften auf britischem Boden statt. Allerdings hat Großbritannien große Tradition in der Organisation internationaler Leichtathletik-Events: 2003 war Birmingham der Veranstalter der Hallen-Weltmeisterschaften (wie übrigens auch im März 2018), 2008 richtete das schottische Edinburgh die Crosslauf-Weltmeisterschaften aus, 1999 das nordirische Belfast, 1995 das englische Durham, 1978 das nordenglische Gateshead, 1978 das schottische Glasgow und 1976 das walisische Chepstow. Außerdem fanden Halbmarathon-Weltmeisterschaften bereits viermal auf britischem Boden statt: 2016 in Cardiff, 2009 in Birmingham, 2001 in Bristol und 1992 South Shields. Zuletzt glänzte London als Ausrichter der Olympischen Spiele 2012 und Glasgow als Gastgeber der Commonwealth Games 2014. Sportübergreifend wurde stets von die besondere Atmosphäre und die hervorragende Stimmung an britischen Sportstätten betont.

Über 2.000 Aktive aus über 200 Nationen

Die Weltmeisterschaften 2017 dürfen sich über großartige Beteiligung der gesamten Leichtathletik-Welt freuen, auch wenn keine historischen Rekorde fallen. Allerdings knacken die Weltmeisterschaften zum zweiten Mal die 2.000er-Marke. 2.034 Leichtathleten (davon 1.080 Männer und 954 Frauen) wurden von ihren nationalen Verbänden nominiert, nur in Berlin waren es mehr (2.101). Sie verteilen sich auf 205 Nationen, womit zum fünften Mal mehr als 200 nationale Verbände bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften vertreten sind. Den Rekord hält die WM 2015 in Peking mit 207 Nationen, zwei Jahre zuvor in Moskau waren 206 Nationen vertreten.
 
Der RunAustria-Berichte zu den WM-Team aus:
Österreich
Deutschland
der Schweiz
dem Gastgeberland Großbritannien
der USA
Äthiopien
Kenia.
 

Satter Zuschauerrekord

60.000 Zuschauer finden im Olympiastadion von London aktuell Platz, das sind 20.000 weniger Sitzplätze als noch während der Olympischen Spiele. Das Olympiastadion von London wird mittlerweile vom Fußballclub West Ham United genützt, das auf 54.000 Sitzplätze zurückgreifen kann. Bei Konzerten strömen bis zu 80.000 Menschen in die moderne Arena. Dank eines überragenden Zuschauerinteresses ist der WM bereits jetzt ein Zuschauerrekord sicher. 660.000 Tickets wurden bisher verkauft, womit der Rekord von den Weltmeisterschaften in Berlin 2009 um – sage und schreibe – 240.000 verkaufte Tickets übertroffen wurde. Die letzten Karten gehen ab dem heutigen Dienstag in den Verkauf, es sind für alle Sessions noch Tickets verfügbar, obwohl viele bereits als ausverkauft gelten. Die herausragendsten Zuschauermagneten sind natürlich Supersprinter Usain Bolt und local hero Mo Farah.
Seit den Olympischen Spielen hat sich übrigens einiges verändert. Nicht nur die Kapazität wurde reduziert, das Dach wurde vergrößert – was im britischen Regen ein Vorteil für die Zuschauer sein kann und auch den Lärm des Publikums besser konservieren kann. Außerdem gibt es einen neuen Aufwärmbereich für die Sportler.

Längste WM seit 2011

Dadurch dass die Weltmeisterschaften in London bereits am Freitagabend mit der ersten Session eröffnet werden, weitet sich das Programm auf zehn Tage auf (aufgeteilt auf 14 Sessions). Die letzte zehntägige WM war jene vor sechs Jahren in Daegu. Während im Zeitraum zwischen 1991 und 2001 Weltmeisterschaften überwiegend über zehn Wettkampftage ausgetragen wurden, waren es zuletzt grundsätzlich neun. Die kürzeste WM war die Premierenausgabe in Helsinki mit acht Wettkampftagen.

Sponsoren greifen bei Weltrekorden tief in die Tasche

Die IAAF-Sponsoren TDK (bei den Männern) und Toyota (bei den Frauen) haben angekündigt, tief in die Tasche zu greifen, sollten bei der WM in London Weltrekorde fallen. Dann wandern 100.000 US-Dollar (umgerechnet knapp 85.000 Euro) auf das Konto des jeweiligen erfolgreichen Athleten oder der erfolgreichen Athletin. Auch die von der IAAF ausgeschütteten Preisgelder dürften eine kräftige Motivationsspritze für die Sportler sein. Für eine Goldmedaille gibt es ein Preisgeld von 60.000 US-Dollar (gut 50.000 Euro), für eine Silbermedaille 30.000 US-Dollar (gut 25.000 Euro) und für eine Bronzemedaille 20.000 US-Dollar (knapp 17.000 Euro). Außerdem werden auch die Positionen vier bis acht prämiert. Bei den Staffeln ist das Preisgeld übrigens gleich hoch wie bei den Einzelbewerben, muss jedoch pro Nase aufgeteilt werden.
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Weltmeisterschaften 2017 in London