Sifan Hassan glänzt vor heimischem Publikum

© FBK Games / facebook

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Der holländische Mittelstrecken-Star Sifan Hassan hat vor heimischem Publikum bei den FBK Games in Hengelo für die herausragende Leistung des Meetings, welches zur Meetingserie der IAAF World Challenge zählt, gesorgt. Unterstützt von Pacemakerin Jennifer Meadows, die die ersten 800 Meter in einer Zeit von 2:09 Minuten anlief, vollendete die 24-Jährige ihr 1.500m-Rennen im Alleingang in einer Zeit von 3:56,14 Minuten und blieb damit haarscharf unterhalb der eigenen Weltjahresbestleistung, welche sie erst am vergangenen Donnerstag beim Diamond League Meeting in Rom (siehe RunAustria-Bericht) aufgestellt hatte. Zum eigenen holländischen Landesrekord fehlte nicht einmal eine Zehntelsekunde. „Obwohl es sich mit dem holländischen Rekord nicht ausgegangen ist, bin ich sehr glücklich mit dieser Leistung“, erklärte die gebürtige Äthiopierin, die mittlerweile in den USA lebt. Die Äthiopierin Besu Sado und die Kenianerin Winny Chebet, die ebenfalls in Rom bereits aufzeigen konnte, nutzten ihre gute Verfassung zu Podestplätzen, hatten aber gegen die überlegene Siegerin keine Chance. Zweitbeste Europäerin war die ehemalige EM-Medaillengewinnerin Laura Weightman aus Großbritannien auf dem vierten Platz. Die Deutsche Gesa Felicitas Krause landete bei einem Tempo-Test ebenfalls wie die deutlich höher eingeschätzte Lokalmatadorin Maureen Koster im Feld der abgeschlagenen. Interessant war auch die Teilnahme der 800m-Spezialistin Anita Hinriksdottir, die Zehnte wurde.

Äthiopische Trials über 10.000m und im Hindernislauf

Wie im vergangenen Jahr richtete der äthiopische Verband seine Trials im 10.000m-Lauf in Hengelo aus. Heuer wurden diese nationalen Ausscheidungen sinnvollerweise in das Meeting integriert, wodurch auch im 3.000m-Hindernislauf die Äthiopier ihre WM-Tickets ausfochten.
Über die längste im Stadion gelaufene Distanz gab es bei den Herren postwendend eine Sensation. 5.000m-Spezialist Muktar Edris verpasste als Fünfter einen Top-Drei-Platz, noch schlimmer erging es Yigrem Demelash, im Vorjahr Olympia-Vierter, und Imane Merga, die das Rennen nicht beenden konnte. Olmypia-Medaillengewinner Tamirat Tola war erst gar nicht am Start. Es gewann der erst 19 Jahre alte Abadi Hadis vor dem bis dato gänzlich unbekannten Jemal Mekonnen und Yenew Alamirew, der den Schlussspurt aus der Verfolgergruppe gewann. Die beiden Europäer Polat Kemboi Arikan (Rang acht) und Andy Vernon (Rang 15) hatten mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun.
Bei den Damen setzten bereits am Vorabend die Favoritinnen durch. Vize-Weltmeisterin Gelete Burka siegte in einer beachtlichen Zeit von 30:40,87 Minuten vor Senbere Teferi, Vize-Weltmeisterin über die halbe Distanz, und Belaynesh Oljira. Der viertplatzierten Dera Dida fehlten rund zwölf Sekunden auf ein WM-Ticket. Jung-Star Letesenbet Gidey hatte kurzfristig auf einen Start verzichtet.
Im 3.000m-Hindernislauf glänzte Sofia Assefa, Olympia-Dritte von 2012 und WM-Dritte von 2013, mit einer tollen neuen persönlichen Bestleistung von 9:07,06 Minuten. Dank dieser starken Leistung gewann sie mit über 20 Sekunden Vorsprung auf Birtukan Adamu und Birtukan Fente, während Etenesh Diro aufgeben musste. Bei den Herren, wo Äthiopien in der Weltspitze nur eine untergeordnete Rolle spielt, siegte Getnet Wale in einer Zeit von 8:12,28 Minuten vor Tafese Seboka und Chala Beyo.

Umjubelter Heimsieg für Kupers

Einen starken Auftritt legte bereits am Samstagabend Thijmen Kupers im 800m-Lauf der Herren hin. Der niederländische Lokalmatador verhielt sich auf den ersten 700 Metern taktisch vorzüglich und nahm auf der Innenbahn viel Schwung auf die Zielgerade mit. In einer Zeit von 1:44,99 Minuten gewann er am Ende verhältnismäßig deutlich vor Wycliffe Kinyamal aus Kenia und dem Briten Kyle Langford. Ex-Weltmeister Mohammed Aman musste sich in Summe der drei Läufe mit Rang 16 zufrieden geben. Mit Platz 13 in der Endabrechnung ging es dem kenianischen Shooting-Star des letzten Jahres, Nicholas Kipkoech nicht viel besser.
Bei den Damen, ein Rennen mit rein äthiopischer Beteiligung, gewann Kore Tola in einer Zeit von 2:00,62 Minuten vor Mahlet Mulugeta und Adanech Anbesa.

WM-Limit für Benitz

Eine berauschende Leistungsdichte gab es in den beiden 1.500m-Läufen, in denen summiert nicht weniger als zwölf Jahre unter 3:35 Minuten blieben. Darunter befanden sich auch zwei Deutsche, nämlich Homyiu Tesfaye auf Rang neun und Timo Benitz, der sich als Zwölfter über die Erbringung des WM-Limits freuen konnte.
An der Spitze dominierte Sadik Mikhou, zuletzt bereits Sieger in Prag, der in einer persönlichen Bestleistung von 3:31,34 Minuten vor dem Äthiopier Yomif Kejelcha, bis dato eher auf den langen Distanzen bekannt, und Ronald Musagala aus Uganda gewann. Bester Europäer war der Belgier Ismael Debjani, der mit persönlicher Bestleistung von 3:33,70 Minuten Rang vier belegte.
FBK Games in Hengelo