Äthiopisches Duell um zehnten Sieg in Folge in Dubai

Die Fans in Dubai sind äthiopische Erfolge gewohnt. © Dubai Marathon

Beim Dubai Marathon 2017 wird Äthiopien ein Jubiläum feiern. Das ist jetzt schon klar, obwohl die sportliche Entscheidung noch gar nicht gefallen ist. Aber es ist bei halbwegs realitätsnahem Denken ausgeschlossen, dass die Siegerin des Damen-Rennens nicht aus Äthiopien kommt. Es wäre der zehnte in Serie beim Marathon am Persischen Golf, wo bereits zweimal die 2:20er-Marke gefallen ist.
 

Die Fans in Dubai sind äthiopische Erfolge gewohnt. © Dubai Marathon
Die Fans in Dubai sind äthiopische Erfolge gewohnt. © Dubai Marathon/Jonathan Walley
Zweikampf zwischen Melkamu und Demise

Die 2:20er-Marke ist auch das große Ziel der Äthiopierin Meselech Melkamu. „Mein Ziel war es, im Marathon Zeiten zu erzielen, die dieselbe Qualität haben wie jene im 10.000m-Lauf“, lautet die Ambition der 31-Jährigen, die immer noch aktuell ist. Über 10.000m war sie Weltklasse und hielt bis vor kurzem den äthiopischen Landesrekord trotz der Konkurrenz durch Tirunesh Dibaba oder Meseret Defar. Der Einstieg in die Marathonszene mit dem Sieg 2012 in Frankfurt in einer Zeit von 2:21:01 Stunden war hoffnungsvoll. Doch der nächste Schritt gelang nicht, das Ziel schwebte phasenweise in weiter Ferne. Erst 2016 erfolgte der ersehnte Aufschwung: dritter Platz beim Dubai Marathon, Sieg beim Hamburg Marathon unter schwierigen Bedingungen und Sieg beim Amsterdam Marathon. Das Selbstvertrauen müsste somit stimmen, nach zwei Podestplätze soll in Dubai der erste Sieg her.
Da könnte die elf Jahre jüngere Shure Demise etwas dagegen haben. Einen Tag vor ihrem 21. Geburtstag führt die talentierte Äthiopierin die Zeitenliste an, vor zwei Jahren war sie auf dieser Strecke eine persönliche Bestleistung von 2:20:59 Stunden gelaufen. Trotz ihres jungen Alters hat die Äthiopierin beachtliche Erfahrungen im internationalen Marathon-Geschäft gesammelt. Zweimal gewann sie bereits den Toronto Marathon und lief auch in Tokio und Boston ins Spitzenfeld.

VCM-Siegerin und VCM-Zweitplatzierte geben weitere Talentprobe

Das Duell Melkamu gegen Demise zieht den Fokus auf sich, allerdings sind auch die weiteren Läuferinnen des Elitefelds stark und feierten große Erfolge. Koren Jelela hat bereits vier Marathons gewonnen, darunter jenen in Ottawa im letzten Jahr. Tadelech Bekele belegte im vergangenen Jahr beim Toronto Marathon hinter Demise den zweiten Platz und war in Berlin zweimal Vierte. Yebrgual Melese gewann 2015 den Houston Marathon und den Prag Marathon und stand sowohl in Paris (2014) als auch in Chicago (2015) auf dem Podest. Worknesh Edesa gewann 2016 den Xiamen Marathon, Shuko Genemo im vergangenen Jahr den Vienna City Marathon im Alter von zarten 20 Jahren. Auch die seit Montag 23-Jährige Ruti Aga war im vergangenen Jahr in Wien am Start und wurde Zweite. Sie gilt wie Genemo als großes Talent.
 

Shure Genemo auf den letzten Metern zu ihrem Triumph beim Vienna City Marathon 2016. © VCM / Leo Hagen
Shure Genemo auf den letzten Metern zu ihrem Triumph beim Vienna City Marathon 2016. © VCM / Leo Hagen
Zwei Premieren mit viel Potenzial

Vielleicht können in Dubai auch zwei Läuferinnen um den Sieg mitkämpfen, die noch nie einen Marathon bestritten haben. Das wäre angesichts der beindruckenden Siegesserie von Debütanten bei den Herren in Dubai ja nichts Ungewöhnliches. Jedenfalls lassen die Marathon-Premieren der Äthiopierinnen Worknesh Degefa und Genet Yalew viel erwarten. Die 26-jährige Degefa stürmte im vergangenen Jahr beim Halbmarathon in Prag zu einem äthiopischen Landesrekord in 1:06:14 Stunden und gewann außerdem die prestigträchtigen Rennen Rom-Ostia und in New Delhi. Genet Yalew lief vor knapp einem Jahr in Ras Al Khaimah eine Spitzenzeit von 1:06:26 Stunden im Halbmarathon.
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