Feyisa Lilesa hofft auf Rückkehr nach Äthiopien

Seitdem er als Silbermedaillengewinner von Rio mit einer eindeutigen politischen Geste des Protests gegen die äthiopische Regierung über die Ziellinie gelaufen ist, ist Feyisa Lilesa nicht wieder in seine Heimat zurückgekehrt. Mit seinem Protest wollte der Marathonläufer auf die politische Verfolgung der Volksgruppe der Oromo aufmerksam machen. „Wenn ich jetzt zurückkehre, bringen sie mich um“, sagte der 26-Jährige in einem Interview mit der BBC. Dementsprechend sei es akzeptabel, fern von Familie und Freunden zu leben.
Allerdings will Lilesa, der aktuell mit einem speziellen Visum eine temporäre Aufenthaltsgenehmigung erhalten hat, in den USA kein Asyl beantragen. Denn er hofft, in absehbarer Zeit nach Äthiopien zurückkehren und wieder für Äthiopien laufen zu können – unter einer neuen Regierung, die Frieden in seiner Heimat herstellt. „Ich vermisse meine Frau und meine Kinder sehr. Aber die Unterdrückung der Oromo ist ein weit größeres Problem. Daher bereue ich nichts, was ich getan habe.“ Dank großzügiger Spenden über ein Crowdfunding-Projekt ist sein gegenwärtiges Leben in den USA gewährleistet.

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