© Salzburg Marathon / Kathrin Buschmann

Die Liste der attraktiven Vorzüge regelmäßiger Bewegung ist ellenlang und überzeugend. Von den positiven gesundheitlichen Auswirkungen über ein gesteigertes Selbstbewusstsein bis hin zu einem größeren Wohlgefühl in einem Alltagsleben auf höherem Niveau. Allerdings spielt laut einer im Fachmagazin der American Heart Association (AHA), „Circulation“ publizierte, internationale Studie die Gefühlswelt bei der aktiven Freizeitgestaltung eine wichtige Rolle, ob regelmäßiger Sport tatsächlich die erwiesenen und gepriesenen Vorzüge mit sich bringt. Ist nämlich Frust der Antrieb zu oder Begleiter beim Sport, steigt die Wahrscheinlichkeit gesundheitlich negativer Auswirkungen massiv an. Denn negative, belastende und aggressive Gefühle in Kombination mit körperlicher Anstrengung erhöhen das Risiko eines Herzinfarkts innerhalb einer Stunde um das Dreifache. Zum Vergleich: Durch heftige Emotionen alleine verdoppelt sich das Herzinfarktrisiko.
 

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Bei Frust nicht an die Grenzen gehen

Die an der Studie, welche von der AHA in Auftrag gegeben und an der McMaster University im kanadischen Hamilton durchgeführt wurde, beteiligten Forscher kamen zur Erkenntnis, dass durch die erhöhte Herzfrequenz und den erhöhten Blutdruck (was sowohl die Folge körperlicher Betätigung als auch emotionaler Aufregung ist) die Gefahr der Unterversorgung der Blutversorgung des Herzens durch Plaque-Ablagerungen in der Gefäßwand steigt. „Ein blockierter Blutfuss kann zu einem Herzinfarkt führen“, so Studienleiter Andrew Smith, der aber beschwichtigt: „Regelmäßige körperliche Aktivität hat viele gesundheitliche Vorteile, einschließlich der Prävention von Herzkerkrankungen. Deshalb sollte man keinesfalls damit aufhören. Wir empfehlen aber, dass Menschen, die verärgert oder wütend sind und Sport treiben wollen, um Stress abzubauen, nicht über ihr normales Limit hinaus ins Extreme gehen sollten.“

Körper und Geist im Zusammenspiel

Die Forscher analysierten im Rahmen der Studie 12.461 Patienten (durchschnittliches Alter: 58 Jahre) aus 52 Länder. 13,2% der Probanden waren in der Stunde vor ihrem Herzinfarkt körperlich angestrengt, 14% wütend oder emotional aufgewühlt. Die Kombination zwischen Geist und Körper lässt das Risiko eines Herzinfarkts theoretisch deutlich ansteigen. Damit entsteht ein Paradoxon, da regelmäßiger Sport in emotionaler Balance des Geistes das Risiko von Herzerkrankungen eigentlich dramatisch senkt.
Bei ihren Ausführungen rechneten die Forscher negative Begleiterscheinung wie Rauchen, Bluthochdruck und andere gesundheitliche Probleme ein.

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