3.000m-Hindernislauf der Damen, Vorschau: Gesa Felicitas Krause als große Favoritin

Gesa Felicitas Krause feiert im Pekinger Olympiastadion ihre WM-Bronzemedaille. © Getty Images for IAAF

Vor zwei Jahren war der EM-Titel für Deutschland durch Antje Möldner-Schmidt noch eine Überraschung, heuer wäre es eine Sensation, wenn die Europameisterin nicht aus Deutschland käme. Gesa Felicitas Krause ist die erklärte Favoritin, Möldner-Schmidt setzt aufgrund ihrer Schwangerschaft aus.
Bewerb: 3.000m-Hindernislauf der Damen
Startzeit: Sonntag, 10. Juli um 17:15 Uhr
Titelverteidigerin: Antje Möldner-Schmidt (Deutschland)
EM-Rekord: Yuliya Taripova (Russland) 9:17,57 Minuten (Barcelona 2010)
Favoritin: Gesa Felicitas Krause (Deutschland)

Gesa Felicitas Krause feiert im Pekinger Olympiastadion ihre WM-Bronzemedaille. © Getty Images for IAAF)
Gesa Felicitas Krause feiert im Pekinger Olympiastadion ihre WM-Bronzemedaille. © Getty Images for IAAF)
Höhentrainings – das war die am häufigsten gewählte Erklärung dafür, warum Gesa Felicitas Krause im vergangenen Jahr einen derartigen Leistungssprung machte und bei den Weltmeisterschaften in Peking sogar die Afrikanerinnen narrte, indem sie mit persönlicher Bestleistung zur Bronzemedaille stürmte. Die Höhenluft scheint der 23-Jährigen gut zu tun, auch heuer hat sie davon in diversen Trainingslagern genügend eingeatmet. Seit über einem Jahr ist sie die dominierende Hindernisläuferin auf europäischem Boden, die Solo-Demonstration bei der Team-Europameisterschaft 2015 etwa unterstreicht das. Dementsprechend wäre alles andere als eine klare Goldmedaille durch die Deutsche eine Sensation, zumal über zehn Sekunden zwischen ihrer Saisonbestleistung und der Saisonbestleistung der nächstbesten Läuferin liegen. In diversen Wettkämpfen auf Unterdistanzen holte sich Krause im Laufe der Saison die nötige Grundschnelligkeit, im Gegensatz zu manch anderen Leichtathletinnen und Leichtathleten scheute sie Wettkämpfe auf internationalem Terrain nicht.

Liebe auf den ersten Blick

Es ist nicht bekannt, warum Luiza Gega die Disziplin wechselte. In den Archiven des Leichtathletik-Weltverbandes ist zu finden, dass sie bei den albanischen Meisterschaften im Jahr 2011 schon einmal einen 3.000m-Hindernislauf absolvierte. In den darauffolgenden Jahren konzentrierte sie sich auf die 1.500m, mit durchaus beachtlichem Erfolg. Doch heuer erfolgte die Rückkehr mit einem Lauf im französischen Montbeliard in einer Zeit von 9:32,95 Minuten. Diese Marke zeigt, wie gut die Idee war, denn wie aus dem Nichts kreierte die albanische Leichtathletik eine Medaillenkandidatin. Der Auftritt im Vorlauf war beachtlich, Gega kämpft um Edelmetall mit.

Nächste Medaillen für den türkischen Verband?

Wie in so vielen Lauf-Disziplinen bei dieser EM spielen die Türkinnen eine große Rolle. Ausnahmsweise sind dieses Mal zwei gebürtige Türkinnen im Rennen, von denen Elif Karabulut nach einem Sturz bereits in der Vorrunde ausstieg. Dafür hinterließ Özlem Kaya einen guten Eindruck und folgte Krause im Vorlauf über die Ziellinie. Die zweite Türkin im Finale ist kenianischen Ursprungs und heißt Meryem Akda. Ein enorm unrhythmischer Vorlauf mit hinterfragenswerter Taktik erschwert eine Einschätzung ihrer Leistungsstärke, aber wahrscheinlich kämpfen beide Türkinnen um die Plätze hinter Krause mit. Eine weitere Medaillenkandidatin ist die Finnin Sandra Eriksson, die aber unter einer leichten Allergie leidet.

Schweizer Beteiligung

Hoffnungen auf eine gute Platzierung hegt auch die dreifache Schweizer Meisterin Fabienne Schlumpf. Die zweitschnellste Vorlaufzeit gibt Selbstvertrauen. Mit Maya Rehberg ist eine zweite Deutsche im Finale mit dabei, Jana Sussmann dagegen ist im Halbfinale hängen geblieben. Das größte Kontingent ins Finale gebracht hat übrigens der irische Leichtathletik-Verband mit Sara Treacey, Kerry O’Flaherty und Michele Finn – allesamt Außenseiterinnen. Über die Rolle einer Außenseiterin kommt auch die Spanierin Diana Martin, Bronzemedaillengewinnerin von Zürich, nicht hinaus.
Europameisterschaften 2016 in Amsterdam