1.500m-Lauf der Damen, Vorschau: Party in Oranje

Sifan Hassan holte bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Portland Gold für die Niederlande. © Getty Images for IAAF / Christian Petersen

Auf seine Sprintstars konnte sich der niederländische Leichtathletik-Verband einigermaßen verlassen, nun soll auch die niederländische Laufwelt ihr großes Ereignis feiern. Denn Sifan Hassan geht als glasklare Favoritin ins Finale über 1.500m, alles andere als die erfolgreiche Titelverteidigung wäre eine bittere Enttäuschung.
Bewerb: 1.500m der Damen
Startzeit: Sonntag, 10. Juli um 17:45 Uhr
Titelverteidigerin: Sifan Hassan (Niederlande)
EM-Rekord: Tatyana Tomashova (Russland) 3:56,91 Minuten (Göteborg 2006)
Favoritin: Sifan Hassan (Niederlande)

Sifan Hassan holte bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Portland Gold für die Niederlande. © Getty Images for IAAF / Christian Petersen
Sifan Hassan holte bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Portland Gold für die Niederlande. © Getty Images for IAAF / Christian Petersen
Wie in so vielen Disziplinen der europäischen Leichtathletik gibt es im 1.500m-Lauf der Damen eine Starterin, die alles überragt. Von den Leistungen, die Sifan Hassan in den zwei Jahren, seit sie Ende 2013 die holländische Staatsbürgerschaft erhalten hatte, abgerufen hat, können ihre Rivalinnen auf dem alten Kontinenten nur träumen. Überlegener Europameistertitel in Zürich, WM-Bronze in Peking und eine persönliche Bestleistung von 3:56,02 Minuten. Die Zweitschnellste laut Meldeliste, das ist überraschenderweise die Norwegerin Ingvill Makestad Bovim, WM-Sechste von 2011, lief bei ihrem Hausrekord sechs Sekunden langsamer. Was diese Statistik verdeutlichen soll: Auch wenn Sifan Hassan im Jahr 2016 noch keinen Wettkampf bestritten hat, der eine Einschätzung ihrer Verfassung geben könnte, ist sie dennoch die glasklare Favoritin im Rennen, wenn ihre Form einigermaßen stimmt. Und wenn alles nach Plan läuft, kann sie gemeinsam mit dem Amsterdamer Publikum, das sie nach dem Vorlauf ausdrücklich lobte, den nächsten EM-Titel feiern.

Cichocka und die Diamond League Überraschung

Zwölf Damen haben sich erfolgreich für eine Finalteilnahme bewerben, es ist ein überschaubares Feld. Wenn eine Kontrahentin Sifan Hassan überhaupt gefährlich werden könnte, dann ist das die Polin Angelika Cichocka, die heuer überraschend ein Diamond League Rennen gewinnen konnte, nämlich in Stockholm. Taktisch wird Hassan aber frühzeitig eine Vorentscheidung suchen und die Konkurrenz versuchen, noch vor der Zielgerade entscheidend zu distanzieren. Cichocka, die durch die Abwesenheit der Britinnen Laura Muir und Laura Weightman die schnellste Europäerin in dieser Saison ist, ist aber eine der aussichtsreichsten Kandidatinnen auf einen Platz neben Hassan auf dem Podest, auch die zweite Polin Sofia Ennaoui hat Chancen. Die zweifache U23-Europameisterin Amela Terzic aus Serbien hinterließ im Vorlauf einen sehr starken Eindruck und dürfte ebenso zu beachten sein wie die Slowakin Lucia Hrvinak Klocova oder die Portugiesin Marta Pen, in diesem Jahr bereits US-College-Meisterin.
Ihre Wünsche bereits erfüllt hat sich die Regensburgerin Maren Kock, die den Vorlauf überstand und nun im zwölfköpfigen Finalfeld versuchen wird, das Beste aus sich herauszuholen. Ein gutes Wettkampfjahr krönen will die junge Britin Sarah McDonald, die im Verlaufe der bisherigen Saison ihre persönliche Bestleistung bereits um zehn Sekunden steigern konnte.
Europameisterschaften 2016 in Amsterdam