1.500m der Herren, Vorschau: Ein offenes Rennen

Daumen hoch für die Ingebrigtsens: Henrik und Filip (im Bild) stehen gemeinsam im Finale über 1.500m. © European Athletics via Getty Images / Dean Mouhtaropoulos

Ein extrem ausgeglichenes Feld erschwert die Prognosen für das 1.500m-Finale der Herren enorm. Nicht dabei sind der im Vorlauf kläglich gescheiterte Andreas Vojta und Titelverteidiger Mahiedine Mekhissi-Benabbad, dafür aber ein norwegisches Brüderpaar.
Bewerb: 1.500m-Lauf der Herren
Startzeit: Samstag, 9. Juli um 21:50 Uhr
Titelverteidiger: Mahiedine Mekhissi-Benabbad (Frankreich)
EM-Rekord: Fermin Cacho (Portugal) 3:35,27 Minuten (Helsinki 1994)
Favoriten: offenes Rennen
im Vorlauf out: Andreas Vojta (team2012.at)
1,59 Sekunden – das ist der Unterschied zwischen jenem Teilnehmer mit der besten Saisonbestleistung (Homiyu Tesfaye) und jenem Teilnehmer mit der zehntbesten Saisonbestleistung (Jake Wightman). Wenn man die beiden Außenseiter Ismale Debjani und Richard Douma ausklammert, stellt sich im Finallauf über 1.500m ein enorm ausgeglichenes Feld auf – ein völlig offenes Rennen wäre keine Überraschung.

Norwegisches Brüderpaar
Daumen hoch für die Ingebrigtsens: Henrik und Filip (im Bild) stehen gemeinsam im Finale über 1.500m. © European Athletics via Getty Images / Dean Mouhtaropoulos
Daumen hoch für die Ingebrigtsens: Henrik und Filip (im Bild) stehen gemeinsam im Finale über 1.500m. © European Athletics via Getty Images / Dean Mouhtaropoulos
Die Geschichte der Ingebrigtsens ist etwas Besonders. Speziell, wenn man bedenkt, dass das größte Talent der Familie (Jakob) erst im Anmarsch ist. Seine älteren Brüder Henrik, seines Zeichens Europameister 2012 und Silbermedaillengewinner 2014, und Filip haben es erstmals gemeinsam in ein großes Finale geschafft. Angesichts der genannten Erfolge zählt Henrik Ingebrigtsen natürlich zu den ersten Anwärtern auf den Titel, doch obwohl er langsam in die Gänge kommt, läuft er seiner Topform vergangener Jahre noch deutlich hinterher. Dasselbe gilt für den in Äthiopien geborenen Deutschen Homiyu Tesfaye, der mit Verletzungen zu kämpfen hatte. In der Vergangenheit fiel der 23-Jährige bei Meisterschaftsrennen öfters mit schlechtem taktischen Verhalten auf. Macht er alles richtig, ist er ein heißer Kandidat auf Edelmetall.

Meisterschaftsspezialist draußen

In Abwesenheit von Mahiedine Mekhissi-Benabbad, der sich aufgrund des engen Zeitfenster im Gegensatz zu Zürich dieses Mal nur auf den 3.000m-Hindernislauf konzentriert, galt der Tscheche Jakub Holusa ursprünglich als Favorit. Aufgrund seiner Endschnelligkeit hat der 28-Jährige in der Vergangenheit große Erfolge gefeiert: Hallen-EM-Gold und Hallen-WM-Silber. Doch im Vorlauf soll er einen Kollegen massiv behindert haben, worauf er disqualifiziert wurde und im Finale ebenso zuschauen muss wie der Schwede Johan Rogestedt, dem dasselbe Schicksal zuteil wurde. So hoffen die Tschechen nun auf den jungen Filip Sasinek. Die Briten haben den ehemaligen Junioren-Europameister Jake Wightman und Lee Emanuel im Rennen, besser sind da die Medaillenchancen der Franzosen Florian Carvalho, der 2012 Silber gewann, und Mourad Amdouni.
Europameisterschaften 2016 in Amsterdam