Gold-Hoffnung startet in Heim-EM

Sifan Hassan holte bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Portland Gold für die Niederlande. © Getty Images for IAAF / Christian Petersen

Sifan Hassan holte bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Portland Gold für die Niederlande. © Getty Images for IAAF / Christian Petersen
Sifan Hassan holte bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Portland Gold für die Niederlande. © Getty Images for IAAF / Christian Petersen
Die niederländische Nationalmannschaft tritt mit einigen Topstars zu den Heim-Europameisterschaften in der eigenen Hauptstadt an. Eine der großen Gold-Hoffnungen des sportverrückten Volkes in Oranje ist Sifan Hassan. Die vor Jahren aus Äthiopien geflüchtete 23-Jährige stellt keinen klassischen Nationentransfer dar, ganz im Gegenteil. Sie flüchtete vor acht Jahren vor der Armut in ihrer Heimat und lebt seither in den Niederlanden, seit Ende 2013 ist sie für ihre Wahlheimat startberechtigt. Ihre Laufkarriere hat die amtierende Hallen-Weltmeisterin und Europameisterin erst in Holland begonnen.

Zurückhaltender Saisonstart

Lange hat sich Sifan Hassan in dieser Freiluftsaison geziert. Immer wieder verschob sie geplante Starts, unter anderem einen Weltrekordversuch über 2.000m in Hengelo. Offensichtlich bevorzugte sie die ruhige Vorbereitung auf die Saisonhöhepunkte, internationale Starts Fehlanzeige. Untypisch für die WM-Dritte von Peking. In Amsterdam ist Hassan die haushohe Favoritin auf Gold, zumal die größte Konkurrenz verhindert ist oder die EM auslässt. Abeba Aregawi wurde des Dopings überführt, die Schottin Laura Muir konzentriert sich voll auf die Olympischen Spiele. Dementsprechend scheint die Hürde zur erfolgreichen Titelverteidigung machbar, jene, um das Finale zu erreichen, sowieso. Mit einer persönlichen Bestleistung von 3:56,05 Minuten ist die 23-Jährige die einzige Läuferin im ersten Vorlauf mit einer Bestleistung von unter 4:03 Minuten. Die größte Konkurrenz kommt aus Polen durch Angelika Cichocka, die im Vorlauf gegen Hassan antritt, und Sofia Ennaoui, die den zweiten Vorlauf anführt. Dort startete neben der aussichtsreichen Serbin Amela Terzic auch die einzige deutsche Teilnehmerin, Maren Kock. Es gilt sich unter die besten Vier zu platzieren oder eine der vierschnellsten, weiteren Zeiten zu laufen.

Krause Favoritin über die Hindernisse

Auch die 3.000m-Hindernisläuferinnen starten am Freitag in die EM. Wie über 1.500m gibt es eine erklärte Favoritin auf die Goldmedaille, Gesa Felicitas Krause aus Deutschland. Im ersten der beiden Vorläufe ist wohl einzig die Türkin Öziem Kaya ein kleines Fragezeichen, alle anderen Konkurrentinnen sind eine Klasse schwächer einzuschätzen als Krause. Auch die zweite Deutsche, Jana Sussman, die aber durchaus eine Chance auf das Finale haben dürfte. Das gilt auch für die dritte Deutsche, Maya Rehberg, die im zweiten Vorlauf unter anderem gegen die Finnin Sandra Eriksson, EM-Bronzemedaillengewinnerin Diana Martin aus Spanien und Fabienne Schlumpf aus der Schweiz antritt. Die fünf Schnellsten jedes Laufs plus weitere fünf Läuferinnen erreichen das Finale, welches für alle vier deutschsprachigen Teilnehmerinnen ein realistisches Ziel darstellt.
Europameisterschaften 2016 in Amsterdam