Traumdebüt für Almaz Ayana über 10.000m

Almaz Ayana feiert ihren WM-Titel über 5.000m in Peking. © Getty Images for IAAF / Alexander Hassenstein

Almaz Ayana feiert ihren WM-Titel über 5.000m in Peking. © Getty Images for IAAF / Alexander Hassenstein
Almaz Ayana feiert ihren WM-Titel über 5.000m in Peking. © Getty Images for IAAF / Alexander Hassenstein
Der Äthiopierin Almaz Ayana ist bei ihrer Premiere über die 10.000m in Hengelo eine fantastische Leistung gelungen. Die 24-Jährige, die in dieser und der vergangenen Saison mehrfach nur knapp am Weltrekord über die 5.000m gescheitert ist, schob sich auf Anhieb auf Rang acht der ewigen Bestenliste. Im schnellsten 10.000m-Debüt aller Zeiten verbesserte Ayana in einer Zeit von 30:07,00 Minuten gleichzeitig die starke Weltjahresbestleistung der frisch gebackenen Afrikameisterin Alice Aprot um knapp 20 Sekunden. Durch diesen Sieg beim Vorausscheidungsrennen für Olympia scheint der Doppelstart Ayanas über 5.000m und 10.000m in Rio sehr wahrscheinlich.

Vollgas von Anfang an

Bereits nach wenigen Metern fiel das namhafte Teilnehmerinnenfeld in seine Einzelteile. Ayana war bemüht, von Beginn an ein hohes Tempo zu laufen. Als die Pacemakerinnen zur Hälfte der Distanz ihre Arbeit beendeten, übernahm die Äthiopierin das Kommando und bewältigte die letzten drei Kilometer auf eigene Faust. Seit sieben Jahren ist keine Läuferin über die 10.000m so schnell gelaufen, zuletzt gelang Meseret Defar 2009 in Birmingham eine Zeit unter 30 Minuten.

Erste Niederlage für Tirunesh Dibaba

Bei ihrem Comeback auf der Bahn zeigte Tirunesh Dibaba keine schlechte Leistung, musste sich aber der Überlegenheit Ayanas beugen. In einer Zeit von 30:28,53 Minuten verlor sie das Duell gegen Vize-Weltmeisterin Gelete Burka um Rang zwei hauchdünn. Burka verbesserte ihre persönliche Bestleistung um 21 Sekunden auf eine Zeit von 30:28,47 Minuten. Dibaba hatte nie zuvor ein 10.000m-Rennen verloren, unter anderem bei zwei Olympischen Spielen und drei Weltmeisterschaften, darf aber auf eine weitere Olympische Medaille in Rio hoffen. Auch Meselech Melkamu versuchte, nach der gescheiterten Olympia-Qualifikation im Marathon sich über 10.000m für das äthiopische Olympia-Team zu bewerben, was mit einer Aufgabe misslang. Die Wettkampfdichte in diesem Rennen, das dem äthiopischen Verband als Olympia-Trials dient, war berauschend: Zum ersten Mal liefen neun Läuferinnen aus dem selben Land bei einem Rennen unter 31 Minuten. Netsanet Gudeta und Genet Yalew platzierten sich mit deutlichen persönlichen Bestleistungen auf den Rängen vier und fünf.

Bekeles Plan B scheitert

Nachdem der äthiopische Verband ihn nicht für die Olympischen Spiele in Rio im Marathon nominierte, gab Kenenisa Bekele in Hengelo überraschend sein Comeback über seine ehemalige Paradedisziplin, auf der er den Weltrekord hält, viermal Weltmeister wurde und zweimal Olympia-Gold gewann. Die Idee ging nicht auf, Kenenisa Bekele musste das Rennen frühzeitig beenden. Dasselbe Schicksal ereilte den ehemaligen Weltmeister Ibrahim Jeilan, der sich zuletzt in guter Verfassung präsentiert hatte.
Ähnlich wie bei den Damen gab es auch bei den Herren starke Leistungen, wenn auch nicht in derartig historischen Dimensionen. Drei Läufer knackten die 27-Minuten-Marke: Der junge Sieger Yigrem Demelash in 26:51,11 Minuten in einer neuen persönlichen Bestleistung, Tamirat Tola in 26:57,45 Minuten und der erst 17 Jahre alte Adadi Hadis bei seiner Premiere über diese Distanz in 26:57,88 Minuten.