Neun Österreicher bei der Berglauf-EM in Italien

© Veranstalter Berglauf-EM 2016

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Mit neun Aktiven ist der Österreichische Leichtathletik-Verband ins benachbarte Italien zu den Berglauf-Europameisterschaften gereist, die am Samstag in Arco am Gardasee stattfinden. Damit ist Italien, eine der führenden Berglauf-Nationen Europas, zum zweiten Mal nach 2003 Gastgeber der Kontinentalmeisterschaften, nachdem 2003 das nur einen kräftigen Steinwurf entfernte Trento Austragungsort war. Läuferinnen und Läufer aus 25 Nationen haben für die vier Bewerbe genannt. Österreich besetzt drei und schickt jeweils ein Trio ins Rennen der Herren, der Damen und der Juniorinnen.

Österreich in der Außenseiterrolle

In Abwesenheit der dominierenden Bergläuferin der Welt, Andrea Mayr, die sich auf den Olympischen Marathon vorbereitet und das Wochenende darauf den EM-Halbmarathon in Amsterdam läuft, und einem Aushängeschild wie Sabine Reiner ist es wahrscheinlich, dass Österreich nach drei Titelgewinnen in Folge durch Mayr erstmals wieder leer ausgeht. Dennoch geht das Trio mit der vierfachen Marathon-Staatsmeisterin Karin Freitag (LG Decker Itter), Katharina Gipser (SK Rückenwind) und Sandrina Illes (LV Marswiese) mit Ambitionen auf gute Platzierungen ins 8,54 Kilometer lange Rennen. Deutschland ist mit Domenika Mayer vertreten. Mit einem starken Team geht standesgemäß Gastgeber Italien ins Rennen. Das Sextett wird angeführt von der ehemaligen Weltmeisterin Alice Gaggi und Altmeisterin Antonella Confortola. Interessant: Gleich vier Teilnehmerinnen kommen aus San Marino, damit bildet der Kleinstaat gemeinsam mit der Türkei, Portugal, Frankreich und Tschechien das drittgrößte Team hinter Italien und Großbritannien. Die Damen bewältigen einen Höhenunterschied von 500 Meter, aufgeteilt auf eine kurze und eine lange Runde.

Starkes Trio beiden Mädchen

Julia Praxmarer, Lisa Achleitner und Hannah Moser (beide SC LT Breitenbach) vertreten Österreich im Rennen der Juniorinnen unter 20 Jahre. Hier bietet sich möglicherweise die beste Chance auf gute Platzierungen. Einzige Teilnehmerin aus Deutschland ist Nada Balcarczyk, auch in diesem Rennen treten die Italienerinnen und die Britinnen mit den größten Delegationen an. Die Juniorinnen bewältigen eine 4,03 Kilometer lange Strecke, auf der ein Höhenunterschied von 200 Metern zu bewältigen ist.

Alle gegen die Italiener

Im Rennen der Herren über eine Distanz von 12,31 Kilometern, aufgeteilt auf drei Runden, und einem Höhenunterschied von 750 Metern gehen aus rot-weiß-roter Sicht Routinier Simon Lechleitner (LG Decker Itter), der frisch gebackene Staatsmeister Manuel Innerhofer (LC Oberpinzgau) und Lukas Gärtner (LT BAWAG PSK Köflach) an den Start. Mit dem sechsfache Europameister Ahmet Arslan aus der Türkei, dem Franzosen Julien Rancon und dem Schotten Andrew Douglas sind drei starke Herausforderer der italienischen Favoriten im Team. Mit Alex Baldaccini und den Brüdern Bernard und Martin Dematteis haben die Azzurri gleich drei potentielle Kandidaten auf die Goldmedaille am Start. Felix Thum, Konstantin Wedel und Maximilian Zeus bilden das deutsche Trio, aus der Schweiz sind mit Alexandre Jodidio, Daniel Lustenberger, Christian Mathys und David Schneider vier Läufer am Start. Damit gehören die Schweizer zu den Medaillenanwärtern. Ohne österreichische Beteiligung geht das Juniorenrennen über die Bühne. Die Junioren laufen dieselbe Strecke wie die Damen.

Innovative Strecke

Die Veranstalter in der knapp 18.000 Einwohner Stadt am Nordrand des größten italienischen Sees haben sich für die Austragung der 15. Berglauf-Europameisterschaften etwas Besonderes überlegt. Sie nützten die hervorragenden Gegebenheiten der umliegenden Hügel, um einen Berglauf auszutragen, dabei aber Start und Ziel mitten in der Stadt – und damit bei besserem Zuschaueraufkommen als anderswo zu platzieren. Der bergauf- und bergabführende Stadtkurs mit dem Ausflug ins Grüne erinnert an Urban Running. Treppenpassagen, Rampen, Naturwege und Kopfsteinpflaster im historischen Zentrum der beschaulichen Start ja, rustikale Hindernisse, Schlammpassagen und Einöde in luftigen Höhen nein. Kurzum: Die innovative Strecke in Arco unterscheidet sich deutlich zu den Kursen gewöhnlicher Bergläufe.
Berglauf-Europameisterschaften 2016 in Arco