ÖLV entsendet 18 Leichtathleten zur EM nach Amsterdam

© GEPA Pictures
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Mit dem größten Leichtathletik-Nationalteam bei Leichtathletik-Europameisterschaften seit 30 Jahren tritt Österreich in der kommenden Woche die Reise nach Amsterdam an. Dabei fiel kurzfristig mit Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger (ÖTB OÖ LA) der international im laufenden Kalenderjahr erfolgreichste österreichische Leichtathlet noch aus. Der Oberösterreicher hat sich vergangenen Woche bei seinem Sieg in Madrid eine schwere Verstauchung im rechten Knöchel zugezogen. Im Aufgebot für Amsterdam befinden sich jeweils neun Damen und Herren.
„Unser EM-Team kann sich mehr als sehen lassen. Es ist gespickt mit routinierten Top-Leuten und zahlreichen jungen Athleten, die auf der EM-Bühne wichtige Erfahrungen für die Zukunft sammeln werden“, zeigt sich ÖLV-Präsident Ralph Vallon bei einem Mediengespräch in der Residenz der Niederländischen Botschaft in Wien zuversichtlich.

Zwei Disziplinen mit drei österreichischen Teilnehmern

Zwei Disziplinen besetzt der ÖLV gleich dreifach, nämlich den Halbmarathon der Herren und den Hürdensprint der Damen, zwei weitere doppelt. Im Halbmarathon starten Valentin Pfeil (LAC Amateure Steyr), der heuer in Barcelona eine starke Zeit von 1:04:16 Stunden gelaufen ist, sowie die Marathonläufer Edwin Kemboi (KLC) und Lemawork Ketema (team2012.at). Bei den Damen gehen die erfahrene Andrea Mayr (SVS Leichtathletik), die auch das Ticket für die Olympischen Spiele bereits in der Tasche hat, und Marathon-Staatsmeisterin Anita Baierl (TuS Kremsmünster) an den Start. Mit drei Athletinnen ist Österreich auch im 100m-Hürdensprint vertreten. Neben Olympia-Finalistin Beate Schrott (Union St. Pölten) sind dies Stephanie Bendrat (Union Salzburg LA), die bereits an den Hallen-Weltmeisterschaften in Portland teilgenommen hat, und Eva Wimberger (Union St. Pölten). Im Siebenkampf der Damen sind mit Ivona Dadic (Union St. Pölten) und Verena Preiner (Union Ebensee) zwei Österreicherinnen mit dabei.

Jennifer Wenth im WM-Finale über 5.000m in Peking. © GEPA Pictures
Jennifer Wenth im WM-Finale über 5.000m in Peking. © GEPA Pictures
Abseits von den Halbmarathon-Entscheidungen sind noch drei Läufer im Aufgebot des ÖLV. Andreas Vojta (team2012.at) geht bereits in seine vierten Kontinentalmeisterschaften und versucht sich über wieder über seine Paradedisziplin, die 1.500m. Allerdings scheint er aktuell nicht in jener starken Verfassung zu sein, die er vor den Europameisterschaften 2014 hatte. Jennifer Wenth (SVS Leichtathletik) startet über 5.000m. Die Niederösterreicherin hatte bei den letzten Großereignissen stets für die beste österreichische Platzierung gesorgt: bei den Europameisterschaften in Zürich, bei den Hallen-Europameisterschaften in Prag und bei den Weltmeisterschaften in Peking. Brenton Rowe (team2012.at) rückte im letzten Moment nach, weil European Athletics die Starterfelder bei einigen Laufentscheidungen auffüllte. Der für Österreich startende Australier hatte das EM-Limit über 5.000m nur haarscharf verpasst und war damit einer der ersten Anwärter für das Nachrücken.
Das rot-weiß-rote Aufgebot wird komplettiert von Veronika Watzek (Diskuswurf, KLC), Dominik Hufnagl (400m Hürden, SVS Leichtathletik), Markus Fuchs (100m, ULC Riverside Mödling), Gerhard Mayer (Diskuswurf, SVS Leichtathletik) und Dominik Distelberger (Zehnkampf, UVB Purgstall), der zuletzt beim Mehrkampf-Meeting in Götzis überzeugen konnte.

Leistungsnachweis für Olympia

Für einige der routinierten ÖLV-Starter geht es bei der EM nicht nur darum, eine bestmögliche Leistung abzurufen, sondern noch einen für einen Olympia-Start erforderlichen Leistungsnachweis zu liefern. Dies gilt zum Beispiel auch für Jennifer Wenth oder Beate Schrott, die beide das Limit bereits geknackt haben. Bisher hat das Österreichische Olympische Comité nur Marathonläuferin Andrea Mayr, Mehrkämpfer Dominik Distelberger und Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger offiziell für Rio nominiert.