US-Rekord über 10 Kilometer für Shalane Flanagan

© Veranstalter / Victah Sailer

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Weniger als zwei Monate vor den Olympischen Spielen, für die Shalane Flanagan im Marathon qualifiziert ist, hat die US-Amerikanerin beim traditionsreichen 10km-Lauf in Boston mit einer hervorragenden Leistung überzeugen können. Bei ihrem Heimrennen besiegte die 34-Jährige nicht nur im Finale die zweifache Marathon-Weltmeisterin Edna Kiplagat, sondern sorgte in einer Zeit von 30:52 Minuten für einen neuen Streckenrekord und unterbot ihren seit dem Herbst 2015 bestehenden US-Rekord um elf Sekunden. Dementsprechend laut waren die Jubelarien der US-Amerikaner, die die positive Entwicklung Flanagans nach dem brisanten Auftritt bei den Marathon-Trials in Los Angeles, wo sie mit Dehydrierung zu kämpfen hatte, die beinahe den Olympia-Traum gekostet hätte, wohlwollend beobachten. „Ich denke, wir haben heute gesehen, dass ich fit bin und dass ich am richtigen Tag auch mit den starken Läuferinnen mithalten kann“, analysierte Flanagan, die im Bundesstaat Massachusets geboren ist, nach ihrem glänzenden Rennen, bei dem sie massive Anfeuerungen vom Streckenrand erfuhr, und ordnete diesem Sieg eine hohe, persönliche Wertigkeit zu.

Vorjahressiegerin nicht auf dem Podest

Auch ihre Trainingskollegin Amy Cragg freute sich in einer Zeit von 31:31 Minuten über eine persönliche Bestleistung und demonstrierte ebenfalls, Richtung Rio auf einem guten Weg zu sein. Aus kenianischer Sicht war weniger die Leistung Kiplagats, die trotz einer neuen persönlichen Bestleistung nach neun Kilometern das Tempo ihrer US-amerikanischen Rivalin nicht mehr halten konnte, sondern viel mehr der vierte Platz von Mary Wacera eine Enttäuschung. Die Halbmarathon-WM-Silbermedaillengewinnerin von 2014 und -Bronzemedaillengewinnerin von 2016 war mit ihrer in diesem Jahr erzielten Halbmarathon-Bestleistung als Favoritin ins Rennen gegangen, musste den Gedanken an eine Titelverteidigung allerdings bereits früh abhaken. Allerdings nicht, weil ihre Leistung enttäuschend war, sondern weil die Konkurrenz deutlich stärker agierte als zu erwarten war. Dagegen war die Leistung Kiplagats ein Ausrufezeichen, im Alter von 36 Jahren lief sie den schnellsten 10km-Lauf ihrer langen Karriere – vielleicht ein Signal Richtung Herbst-Saison im Marathon.

Kenianer unter sich

Bei den Herren machten die Kenianer das Rennen unter sich aus, bereits nach wenigen Kilometern hatte sich ein kenianisches Quartett an die Spitze gesetzt. Je länger das Rennen dauerte, desto eher spitzte sich der Kampf um den Sieg auf das Duo Daniel Chebii und Philip Langat zu. Chebii siegte nach einer erfolgreichen Attacke einen halben Kilometer vor dem Ziel in einer Zeit von 27:55 Minuten. „Nach acht Kilometern wusste ich genau, dass ich das Rennen gewinnen würde. Ich hatte die richtige Taktik“, kommentierte der Sieger später. Vorjahressieger Daniel Salel komplettierte das rein kenianische Podest, als Vierter kam mit Dathan Ritzenheim der erste Amerikaner ins Ziel.
Mit 7.805 Finisherinnen und Finishern erzielte der BAA 10K einen neuen Teilnehmerrekord.

Ergebnisse BAA 10K

Herren
1. Daniel Chebii (KEN) 27:55 Minuten
2. Philip Langat (KEN) 28:02 Minuten
3. Daniel Salel (KEN) 28:08 Minuten
4. Dathan Ritzenhein (USA) 28:12 Minuten
5. Silas Kipruto (KEN) 28:30 Minuten
6. Kevin Kochei (KEN) 28:35 Minuten
7. Debeli Gezmu (ETH) 28:36 Minuten
8. Abdi Abdirahman (USA) 28:39 Minuten
9. Eliud Ngetich (KEN) 28:58 Minuten
10. Gabriel Geay (TAN) 29:22 Minuten
Damen
1. Shalane Flanagan (USA) 30:52 Minuten
2. Edna Kiplagat (KEN) 31:06 Minuten
3. Amy Cragg (USA) 31:31 Minuten
4. Mary Wacera (KEN) 32:03 Minuten
5. Nancy Nzisa (KEN) 32:12 Minuten
6. Buze Diriba (ETH) 32:26 Minuten
7. Aselefech Mergia (ETH) 32:33 Minuten
8. Kim Smith (NZL) 32:47 Minuten
9. Lineth Chepkirui (KEN) 32:56 Minuten
10. Azmera Gebru (ETH) 33:00 Minuten
BAA 10K