WADA suspendiert Anti-Doping-Labor in Rio

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Nur sechs Wochen vor dem Beginn der Olympischen Spiele in Rio hat die Welt Anti Doping Agentur dem Anti-Doping-Labor im brasilianischen Austragungsort die Akkreditierung entzogen. Begründung: mangelnde Übereinstimmung mit dem internationalen Standard. Laut der britischen Nachrichtenagentur Reuters soll es in Rio aufgrund technischer Fehler bei der Analyse falsche positive Testresultate gegeben haben, berichtet der ORF. Dadurch dürfen aktuell keine Dopingproben in Rio ausgewertet werden. Die Suspendierung gilt für sechs Monate, kann aber vom WADA-Vorstand gegebenenfalls früher aufgehoben werden.

Enge Kooperation

WADA-Direkter Oliver Niggli beteuerte, dass die bestmögliche Lösung getroffen werde, um die Proben der Olympischen Spiele und Paralympics vernünftig auszuwerten. Gleichzeitig werde die WADA mit dem Labor in Rio eng kooperieren, um die vorhandenen Probleme schnellst möglich zu lösen – vielleicht sogar noch bis zu den Olympischen Spielen, wie man im Labor der brasilianischen Metropole hofft. In der Zwischenzeit übernehmen andere Labors die Analysen der Urin- und Blutproben, das Anti-Doping-Labor in Rio hat nun drei Wochen Zeit, beim Obersten Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne Berufung gegen diese Entscheidung einzulegen.

Letzte Suspendierung erst im Mai 2015 aufgehoben

Bei der geringen Dichte an Anit-Doping-Laboren in Südamerika ist die Suspendierung des Labors in Rio ein tatsächliches Problem, auch ein logistisches. Aktuell übernimmt das Ani-Doping-Labor im fernen Lausanne die Aufgaben. Dieser Umstand traf bereits zu, als das Anti-Doping-Labor in Rio letztmals suspendiert war. Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 wurden alle entnommenen Proben in die Schweiz geflogen.
Zuletzt hat die WADA bereits den Anti-Doping-Labore in Moskau, Peking und Madrid die offizielle Akkreditierung entzogen.