BBC bringt IAAF-Präsident Coe in Bedrängnis

© Getty Images for IAAF

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„Wir befinden uns in dunklen Zeiten“, stellte Sebastian Coe bei seinem Amtsantritt nach den vergangenen Weltmeisterschaften in Peking fest. Es folgten schlimme Erkenntnisse über Betrügereien bei den vergangenen Olympischen Spiele, die Suspendierung des russischen Leichtathletikverbandes und Initiativen der WADA und der IAAF, deren Resultate heute Abend bei einer Pressekonferenz des IAAF-Councils in Wien genauer bekannt werden wird. Als ob die IAAF-Spitze mit dieser größten Krise in der Geschichte der Sportart nicht ohnehin schon unter Hochdruck stehen würde, muss sich Sebastian Coe ausgerechnet jetzt mit Angriffen mit brisantem Inhalt aus seiner Heimat herumschlagen.

Gekaufte Wahl?

In seine TV-Sendung „BBC Panorama“ äußerte der britische TV-Sender am Donnerstagabend schwere Vorwürfe gegen den zweifachen Olympiasieger, der in Vergangenheit schon mehrfach der Mitwisserschaft und Tatenlosigkeit gegen die korrupten Vorgänge in der alten IAAF-Spitze beschuldigt worden war. Auf Basis einer E-Mail von Papa Massata Diack, der international gesuchte Sohn des ehemaligen IAAF-Präsidenten Lamine Diack, an den mittlerweile suspendierten IAAF-Pressesprecher Nick Davis wirft man dem jetzigen IAAF-Präsidenten vor, seine Wahl gekauft zu haben. „Unterstützung von Afrika bestätigt (24/30)! Viel Glück“, stand in dieser Nachricht. Die Stichwahl gegen Sergej Bubka endete mit 115:92 Stimmen zu Gunsten Coes. Außerdem soll Coe eine Mail mit brisantem Inhalt im Anhang erhalten haben, in der es um den Bestechungsskandal zwischen dem russischen Leichtathletikverband und der ehemaligen IAAF-Spitze ging, um den Olympia-Start von Liliya Shobukhova zu erkaufen. Die IAAF erklärte in einem Statement, Coe habe die Mail ohne den Anhang zu öffnen direkt an die Ethikkomission weitergeschickt.

IAAF wehrt sich

Der Leichtathletik-Weltverband reagierte auf die Vorwürfe aus der britischen Medienlandschaft und bezeichnete beide Vorwürfe als falsch. „Seb Coe hat nie aktiv die Unterstützung und den Rat von Papa Massata Diack gesucht. In einer solchen Kampagne erfährt man immer Unterstützung von diversen Leuten und das war auch in diesem Fall so“, heißt es in einer ersten Reaktion der IAAF.