ARD-Dokumentation belastet russischen Sportminister

© SIP / photocase

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Die mit Spannung erwartete ARD-Dokumentation „Geheimsache Doping – Showdown für Russland“, ausgestrahlt gestern Abend im deutschen TV-Sender ARD und bezeichnenderweise eine Woche vor der Entscheidung über die Wiederaufnahme des russischen Leichtathletik in den Weltverband, hat weniger neue Erkenntnisse gebracht als erwartet. Dennoch gelang es dem TV-Team um den deutschen Journalisten Halo Seppelt einige starke Eindrücke zu vermitteln, die belastend auf den russischen Reformprozess wirken.

Sportminister unter Druck

So gelang es, den russischen Sportminister Witali Mutko unter Druck zu setzen. Der in der Dokumentation interviewte Mutko, der sichtlich locker neue Anschuldigungen abblockte und versuchte ein Bild der Verbesserung zu zeichnen, steht in Verdacht, höchstpersönlich die Vertuschung eines Dopingfalls eines russischen Fußballers angeordnet zu haben. Allerdings kann sich die Dokumentation einzig auf das Kürzel WL als belastendes Indiz berufen. Der Kreml hat die Vorwürfe gegen Mutko postwendend zurückgewiesen und sie als „unbegründete Behauptungen und unbewiesene Anschuldigungen“ bezeichnet.

Gesperrte Coaches noch im Einsatz?

Vertuschung von Dopingfällen wirft die Dokumentation auch Natalia Shalanova, eine Beraterin Mutkos, vor. Sie habe sich in die tägliche Arbeit des Anti Doping Labors in Moskau eingemischt, das damals unter der Leitung des mittlerweile in die USA geflüchteten Grigori Rodchenkov stand. Shelanova wird beschuldigt, Bestechungsgelder an internationale Sportverbände zur Vertuschung von Dopingfällen gezahlt haben.
Außerdem äußerte Seppelt, gestützt von belastetem Bildmaterial, den Verdacht, dass wegen systematischen Dopings in Russland gesperrte Trainer weiterhin mit ihren Athleten arbeiten. Dies wurde von Mutko im konkreten Fall des bekannten Geher-Coeches Viktor Chegin allerdings vehement bestritten.