Espana startet Petition gegen Vernichtung von Doping-Beweisen

Jose Espana bei seinem EM-Titel in Göteborg. © Getty Images

Jose Espana bei seinem EM-Titel in Göteborg. © Getty Images
Jose Espana bei seinem EM-Titel in Göteborg. © Getty Images
Der spanische Langstreckenläufer Jesus Espana hat einen überraschenden Vorstoß in der lähmenden Anti-Doping-Bekämpfung in seinem Heimatland Spanien gewagt. Mit einer öffentlichen Petition, die bereits von 1.800 Menschen unterschrieben wurde, fordert er die Herausgabe der Blutbeutel und weitere Beweise, welche in der spektakulären „Operation Puerto“ gegen den spanischen Dopingarzt Eufemio Fuentes beschlagnahmt worden waren. Der mit Spannung erwartete Prozess gegen Fuentes, dessen systematisches Doping von Spitzensportlern 2006 aufflog, endete in einem Desaster. Während Fuentes verhältnismäßig fast straflos blieb und laut eigener Aussage aufgrund mehrerer Morddrohungen nicht wirklich zur Aufklärung beitrug, entschied Richterin Julia Patricia Santamaria – wohl unter massivem Druck mächtiger Akteure im spanischen und internationalen Spitzensport – die Vernichtung zahlreicher Dopingproben und Beweise. Die Welt Anti Doping Agentur, der Radsport-Weltverband, der spanische Radsportverband und das italienische Olympische Komitee formierten sich zum gemeinsamen Widerstand gegen diese Entscheidung. Doch bis heute wurden nur Radsportler überführt, Erkenntnisse über hochkarätige Dopingfälle von zahlreichen Stars aus anderen Sportarten wurden trotz belastender Indizienlage und Zeugenaussagen unter den Teppich gekehrt.

Für die Integrität des spanischen Sports

„Der einzige Weg zur Wahrheit ist jener, dass diese Beweise nicht zerstört werden. Es ist notwendig, dass die spanische Gesellschaft und alle spanischen Sportler die Wahrheit erfahren und der spanische Sport seine Integrität erhalten kann. Die sauberen Athleten verdienen Respekt und die Sportfans verdienen, dass sie nicht getäuscht werden“, erklärt Jesus Espana in einem Statement und lud alle spanischen Fans ein, diese Petition zu signieren. Espana, dessen größter Erfolg der Europameistertitel 2006 in Göteborg über 5.000m war, als er den damals noch jungen Mo Farah besiegte, ist mit seinen 37 Jahren nach wie vor aktiv und erzielte beim Sevilla Marathon im Februar eine Zeit von 2:11:58 Stunden, die die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro bedeutete. Sein Heimatland Spanien ist aktuell eines der Sorgenkinder der Welt Anti Doping Agentur WADA, erst vor wenigen Tagen wurde dem Anti-Doping-Labor in Madrid die WADA-Akkreditierung entzogen, weil internationale Standards im Kampf gegen Doping nicht eingehalten wurden.