Wenig Bewegung lässt Gehirn schneller schrumpfen

© SIP / Johannes Langer

© SIP / Johannes Langer
© SIP / Johannes Langer
Es liegt in der Natur des Menschen, dass das Gehirn im Laufe des Alters schrumpft. Eine Studie aus den USA, die vor einigen Wochen in der Fachzeitschrift „Neurology“, eine Publikation der American Academy of Neurology, veröffentlicht wurde, kam auf Basis einer Langzeitstudie zur Erkenntnis, dass bei Menschen, die sich wenig bewegen, dieser Prozess schneller voranschreitet. In weiterer Folge bedeuten diese Resultate, dass Menschen, die schlechte Fitnesswerte vorweisen und bei Anstrengung höhere Blutdruckwerte und Herzfrequenzen aufweisen, anfälliger für Demenzerkrankungen im fortgeschrittenen Alter sind.
„Die wichtigste Aussage dieser Studie ist, dass ein gesunder Lebensstil langfristig positive Auswirkungen hat“, unterstreicht Studienleiterin Dr. Nicole Spartano von der medizinischen Universität in Boston. „Zu wenig Bewegung im mittleren Alter hat einen direkten Zusammenhang mit rascherem Nachlassen der Gedächtnisfunktion.“

Langzeitstudie

In den Jahren 1979 bis 1983 absolvierten über 1.500 Probanden mit einem Durchschnittsalter von 40 Jahren diverse Tests auf dem Laufband bei einem Erschöpfungsgrad von 85% der maximalen individuellen Leistungsfähigkeit. 20 Jahre später wurden ähnliche Tests mit denselben Personen noch einmal absolviert. Dabei wurden jeweils auch MRI Scans im Gehirn durchgeführt. Die Vergleiche ließen den wissenschaftlichen Schluss zu, dass durch den besseren Blutfluss bei Menschen, die sich regelmäßig sportlich betätigen und deshalb fitter sind als andere, das Gehirn langsamer schrumpft. Die Forscher beziffern eine durchschnittliche Verzögerung von zwei Jahren.