Caster Semenya fordert zum DL-Auftakt Eunice Sum

© IAAF / Roger Sedres

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Am Freitag startet mit der IAAF Diamond League die wichtigste Meetingserie der Stadion-Leichtathletik und für zahlreiche der Stars der Laufbahnen stellt das hochdekorierte Meeting im WM-Austragungsort von 2019 den Startpunkt in die neue Saison dar. Im Zentrum des Interesses der Laufdistanzen dürfte aufgrund des starken Saisonstarts von Caster Semenya der 800m-Lauf der Damen sein, der von ex-Weltmeisterin Eunice Sum angeführt wird.

Was ist neu, was bleibt?

Neu ist die dritte Station: Mit dem Meeting im marokkanischen Rabat anstelle von New York betritt die Diamond League erstmals in ihrer Geschichte afrikanischen Boden. Eine gravierende Neuerung gibt es beim Punktesystem: Anstatt wie bisher 4, 2 und 1 Punkte für die ersten drei Plätze gibt es in Zukunft 10, 6, 4, 3, 2 und 1 Zähler für die ersten sechs Plätze, womit sich der Leichtathletik-Weltverband größere Spannung erwartet und am Ende mehr Athleten mit Punkten im Ranking hat. Bei den finale Meetings in Zürich und Brüssel bleibt alles beim Alten, laut Punktesystem sind sie doppelt so viel wert, um künstliche Dramatik zu erzeugen. Nichts Neues ist auch die Polarisierung dieser 14 Meetings umfassenden Serie voller Glanz und Glorie, die allen anderen Leichtathletik-Meetings rund um den Erdball das Wasser abgräbt. Ebenfalls keine Neuigkeit ist, dass die Diamond League in ihrer Bedeutung bei den absoluten Topstars in einer Olympia-Saison Abstriche machen muss – da helfen selbst der Diamant und die bemerkenswerten Startgelder nicht.

Starker 3.000m-Lauf der Damen

Obwohl der Mai nicht unbedingt der bevorzugte Termin für Höchstleistungen ist, insbesondere wenn erst im August das Highlight schlechthin folgt, können sich die Starterlisten des Meetings in der katarischen Hauptstadt mit neun amtierenden Weltmeistern durchaus sehen lassen. Sechs bestehende Diamond League Rekord – genau so viele hat auch Monte Carlo und Brüssel – hat die Sportstätte Hamad Bin Suhaim Stadium einen hervorragenden Ruf unter den Leichtathleten. Praktisch immer ein Kracher ist der 3.000m-Lauf der Damen, der heuer wieder im Programm steht und noch unter den Eindrücken des schnellsten Rennens über diese Distanz aller Zeiten vor zwei Jahren steht, als sieben Läuferinnen unter 8:30 Minuten blieben. In Abwesenheit von Genzebe Dibaba ist 5.000m-Weltmeisterin Almaz Ayana die Favoritin, doch mit der Kenianerinnen Mercy Cherono und Viola Kibiwott gibt es starke Konkurrenz aus dem rivalisierenden Lager. Interessant: Auch 10.000m-Weltmeisterin Vivian Cheruiyot steht in der Startliste, was darauf hinweist, dass die 32-Jährige auf einen Doppelstart über 10.000m und 5.000m in Rio hinarbeitet.

Semenya fordert Sum

Für große Spannung sorgt ein Duell über die zweifache Stadionrunde. Die unumschränkte Diamond League-Dominatorin der letzten Jahre, Eunice Sum trifft auf die nach der Lockerung der Hormontherapie-Vorschriften wiedererstarkte Caster Semenya, der Experten unter diesen Voraussetzungen eine große Saison vorhersagen. Die Vorboten sprechen eine eindeutige Sprache, die Südafrikanerin befindet sich in einer beängstigend guten Frühform, die sie erstmals auch gegen Konkurrenz mit internationaler Klasse einsetzen möchte.

Kenianische Phalanx in den Herren-Bewerben
© Getty Images for IAAF
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Wenn im 1.500m-Lauf der Herren ein lauter Ruf erfolgt, dem die Kenianer folgen, ist ein Weltklassefeld garantiert. Weltmeister Asbel Kiprop, sein Stellvertreter Elijah Manangoi und Silas Kiplagat geben sich in Doha die Ehre. Außerdem kommen noch die fähigen Bethwell Birgen, Robert Biwott und Vincent Kibet sowie die jungen Jackson Kivuya und Andrew Rotich aus der ostafrikanischen Läuferhochburg. Da bleibt nicht viel Platz für Läufer anderer Nationalität in einem Rennen, das an kenianische Meisterschaften mit ausländischer Beteiligung erinnert: Von den sechs Nicht-Kenianern kommt nur einer nicht aus Afrika oder von der arabischen Halbinsel: Ryan Gregson aus Australien. Da Ayanleh Souleiman kurzfristig abgesagt hat, dürfte einem totalen kenianischen Triumph nichts im Wege stehen, der Veranstalter kündigte selbstbewusst eine Zeit von unter 3:30 Minuten an, den Meetingrekord hatte Kiprop beim letzten Herren-Rennen vor zwei Jahren auf eine Zeit von 3:29,18 Minuten gesenkt.
Nicht anders gestaltet sich das Teilnehmerfeld über 3.000m mit Hindernissen, das vom Serien-Weltmeister und -Olympiasieger Ezekiel Kemboi, der bereits dreimal in Doga gewonnen hat, und dessen Herausforderer Jairus Birech angeführt wird. Elf Kenianer stehen sieben Nicht-Kenianer gegenüber, darunter mit dem jungen Bulgaren Mitko Tsenov auch ein Europäer. In die beiden Laufbewerbe der Damen haben es immerhin sechs Europäerinnen geschafft – plus die standesgemäße Pacemakerin Tamara Tverdostup aus der Ukraine.
Diamond League Meeting in Doha