Gut vorbereitetes Debüt mit Olympia im Hinterkopf

© SIP / Johannes Langer

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„Ich bin selbst gespannt, ob ich ein Marathonläufer bin und wie schnell ich als Marathonläufer bin“, schmunzelt Valentin Pfeil (LAC Amateure Steyr) eingangs der Pressekonferenz. Damit hat der sympathische Oberösterreicher schnell das Eis gebrochen, aber nur die halbe Wahrheit angeschnitten. Denn am Ende eines sehr offenen und sehr gut durchdachten Gesprächs mit der versammelten Presse erscheint klar: Valentin Pfeil hat sich sorgfältig auf den Vienna City Marathon vorbereitet und möchte bei seiner Premiere über die traditionsreiche Distanz überzeugen.

Ziel Olympia-Marathon

Wäre kein Olympisches Jahr, würde der 27-Jährige laut eigener Aussage konservativer in seinen ersten Marathon gehen. Doch weil der Olympische Marathon in Rio bereits seine Schatten wirft und Pfeil dort gerne dabei sein möchte, stellt sich kein Fragezeichen hinter der Zielsetzung. 2:14 Stunden ist die österreichische Marathon-Norm für Rio, das entspricht einer Durchschnittszeit von 3:10 Minuten pro Kilometer. „Die letzten zwei Wochen Vorbereitung habe ich in Viareggio verbracht. Dort bin ich rund 200 Kilometer pro Woche gelaufen und habe Läufe im Marathon-Tempo von bis zu 26 Kilometern am Stück absolviert. Die Pace für das Olympia-Limit habe ich dabei jedes Mal geschafft“, erzählt der Oberösterreicher voller Optimismus.

Gelungene Generalprobe
© PhotoRun / Victah Sailer
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Die Ambitionen hat er bereits im Februar hochgeschraubt. Damals gelang ihm in Barcelona ein hervorragender Halbmarathon in einer neuen persönlichen Bestleistung von 1:04:16 Stunden. Diese Zeit, die in einem international gut besetzten Feld für Rang sechs reichte, spülte den Steyrer auf Rang fünf der ewigen Bestenliste des ÖLV im Halbmarathon. Gleichzeitig hat er sich damit für die Europameisterschaft im Halbmarathon in Amsterdam qualifiziert – ein weiteres, großes Saisonziel für den mehrfachen Staatsmeister auf der Bahn und im Crosslauf.

Ein Freund als mentale Unterstützung

Am Sonntag wird Pfeil von der Anwesenheit zweier kenianischer Pacemaker profitieren, die ihn – so der Plan – zwei Drittel der Distanz begleiten sollen. Zusätzliche Inspiration soll Christian Steinhammer (USKO Melk) bringen, der Pfeil bis zum Halbmarathon begleiten möchte. „Es ist schön, jemand dabei zu haben, dem ich voll und ganz vertraue.“ Dass Pfeil am Sonntag der schnellste Österreicher im Rennen sein wird, ist keine Prognose, die bei Wettanbietern auf berauschende Quoten trifft. Mit Christian Robin (LC Villach) ist ein zweiter schneller Österreicher im Rennen, der eine Zeit von 2:20 bis 2:22 Stunden anpeilt.

Heimspiel

Obwohl in Oberösterreich geboren, kennt sich Valentin Pfeil bestens in Wien aus. Hier lebt er seit Jahren als Student der Veterinärmedizin – ein Studium, das kurz vor dem Abschluss steht. „Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich kurz vor dem Ende des Studiums bin und keine Prüfungen mehr habe. Deshalb kann ich mich aktuell sehr gut auf den Laufsport fokussieren“, erzählt er. Dass er die Strecke in Wien bestens aus eigenen Erfahrungen kennt, obwohl er noch nie beim VCM gelaufen ist, bezeichnet Pfeil als Vorteil.
Vienna City Marathon