Fukushi führt Japans Olympia-Aufgebot an

© Veranstalter Osaka Marathon

Nach drei harten Qualifikationsrennen bei den Herren und bei den Damen, bei denen die japanischen Marathonläuferinnen und Marathonläufer eine beneidenswerte Qualität in der Breite aufweisen konnten, die außerhalb Ostafrikas einzigartig ist, hat der Japanische Leichtathletikverband JAAF bei einer Pressekonferenz in Tokio sein Olympia-Team im Marathon offiziell bekannt gegeben.

© Veranstalter Osaka Marathon
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Überzeugender Triumph in Osaka

Die besten Chancen, in Rio de Janeiro die ostafrikanischen Favoritinnen zu fordern, hat wohl Kayoko Fukushi, die Ende Jänner den Osaka Marathon mit einer überzeugenden Leistung von 2:22:17 Stunden gewann. Damit schaffte sie als einzige Marathonläuferin ihres Landes, das hoch angesetzte Limit des japanischen Verbandes zu unterbieten – bei den Herren war das allen Bewerbern gänzlich unmöglich. Die hervorragende Form hatte Fukushi bereits im Herbst beim Chicago Marathon unter Beweis gestellt, als sie Vierte wurde. „Ich will in Rio de Janeiro die Goldmedaille gewinnen. Ich werde mit viel Selbstbewusstsein und Entschlossenheit an den Start gehen“, kündigt die 33-Jährige große Taten an. Ihr Selbstvertrauen basiert auch darauf, dass sie bei ihrem einzigen internationalen Start im Marathon für Japan, bei der WM 2013 in Moskau, mit einer Bronzemedaille die Heimreise antreten konnte.

Ito überraschend im Team, Ohara draußen

Das Trio bei den Damen wird komplettiert von Tomomi Tanaka und Mai Ito. Tanaka hatte erst letztes Wochenende ein dramatisches Finish gegen ihre Landsfrau Rei Ohara für sich entschieden und mit einer Sekunde Vorsprung auf die Rivalin in einer Zeit von 2:23:19 Stunden das Olympia-Ticket gelöst. Ihren einzigen ausländischen Start hat sie im vergangenen Jahr beim Berlin Marathon absolviert, als sie auf Rang acht ins Ziel kam. Ito, im vergangenen Jahr Siebte beim Vienna City Marathon, ist mit ihren 31 Jahren eine erfahrene Läuferin und erhielt ihren Startplatz überraschend durch den siebenten Platz beim WM-Marathon von Peking. Damit nominierte der japanische Verband keine Läuferin, die beim Saitama Marathon, dem ersten Qualifikationsrennen am Start war, wo es allerdings keine nennenswerten Bewerbungen gab. Ohara, die in Nagoya 2:23:20 Stunden gelaufen ist – und damit fast eineinhalb Minuten schneller als Ito bei ihrer Bestleistung beim Nagoya Marathon 2015 – schaut durch die Röhre. Diese Tatsache lässt das Auswahlverfahren des japanischen Verbandes durchaus mit einem Fragezeichen versehen. Allerdings hatte der japanische Verband vor den Titelkämpfen 2015 angekündigt, dass ein Rang unter den besten acht einer Erfüllung der Nominierungskriterien gleichkäme.

Sasaki, Kitajima und Ishikawa bei den Herren

Der Kampf um die Olympia-Tickets bei den Herren spitzte sich in den vergangenen Monaten ebenfalls zu, auch wenn die Qualität im Marathonlauf der Herren in Japan nicht ganz so hoch ist wie bei den Damen. Drei Läufer konnten die Entscheidungsträger im Verband überzeugen: Saturo Sasaki, der Ende letzten Jahres als bester Japaner den Fukuoka Marathon auf Rang drei beendete und dabei eine Zeit von 2:08:56 Stunden lief, Hisanori Kitajima als Zweiter des Lake Biwa Marathon in einer Zeit von 2:09:16 Stunden und der 36-jährige Suehiro Ishikawa, der neun Sekunden hinter Kitajima ins Ziel kam. „Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich zu Olympia fahre. Ich werde mich bestmöglich vorbereiten“, freut sich Sasaki, dessen dritter Rang in Fukuoka die bisher herausragende Marathon-Leistung seiner Karriere darstellt. Der 31-jährige Kitajima hat erst drei Marathons in seiner Laufbahn absolviert, davon aber zwei gewonnen. „Nun habe ich realisiert, dass mein Olympia-Traum erfüllt wird. Ich hoffe auf ein gutes Resultat“, so der 31-Jährige. Damit konnte sich keiner der Japaner über den Tokio Marathon, dem dritten Qualifikationsrennen empfehlen, wo Yuki Takamiya als Achter als bester Lokalmatador ins Ziel gekommen ist.

Die sechs Besten

„Wir sind zum Entschluss gekommen, dass dies die sechs besten Athleten sind, um Japan bei den Olympischen Marathons zu repräsentieren“, erklärte Mitsugi Ogata, Generalsekretär des Japanischen Leichtathletikverbandes bei der Pressekonferenz in Tokio.