Sport hilft bei Demenzerscheinungen

© SIP / Johannes Langer

Wie in der Sportwissenschaft bereits längst bekannt, hat regelmäßiges Laufen positive Auswirkungen auf das Gehirn. Dies gilt insbesondere bei gesunden Menschen, allerdings laut neuen Erkenntnissen auch für Menschen, die bereits an Gedächtnisverlust leiden oder zu den Risiko-Patienten dafür gehören.

Krankheit einbremsen
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Laut einer Studie der medizinischen Hochschule im US-amerikanischen Winston-Salem kann regelmäßige Bewegung eine Wirkung entfachen, zu der Medikamente bis dato noch nicht in der Lage sind: das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Dabei führte Wissenschaftlerin Laura Baker ihre Tests bei Menschen durch, die noch kein Alzheimer diagnostiziert bekamen, jedoch kognitive Beeinträchtigungen in Form von Gedächtnisverlust aufwiesen.  Die Probanden wurden ein halbes Jahr lang einem individuell leicht angepassten Trainingsprogramm unterzogen, welche Aktivitäten in einer Länge von 30 Minuten viermal wöchentlich vorsahen. Die Forscherin diagnostizierte eine Verbesserung der Kognition und reduzierte die Menge an abgelagerten Tau-Proteinen im Vergleich zu den von der Kontrollgruppe gelieferten Daten. Die Menge an abgelagerten Tau-Proteinen ist der anerkannte Grad, den Fortschritt der Alzheimer-Krankheit, die als bekannteste Vertreterin der so genannten Tauopathien gilt, festzustellen.
Die Erkenntnisse dieser Studie beziehen sich einzig auf das Stadium vor einer Alzheimer-Erkrankung, wo die Wissenschaft regelmäßiger Bewegung eine großartige Wirkung zuschreibt. Besonders wenn die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist, kann sogar bei Risiko-Patienten eine Schutzwirkung auf das Gedächtnis und ein Verzögern der Symptome festgestellt werden, was sowohl die Aufmerksamkeit, als auch die Lebensqualität steigert.

Positive Wirkung

Doch die Wissenschaft kennt auch positive Wirkungen regelmäßiger Bewegung auf Alzheimer-Patienten im moderaten, fortgeschrittenen Stadium. Laut einer dänischen Studie, die 200 Probanden untersuchte, wirkt sich regelmäßige Bewegung im Bereich zwischen 70 und 80% der maximalen Herzfrequenz positiv auf die Aufmerksamkeit und auf die mentale Geschwindigkeit aus. Außerdem leiden aktive Alzheimer-Patienten seltener unter Angst-, Reiz- oder depressiven Gefühlen. Bei der Erinnerungsfähigkeit konnten keine Unterschiede festgestellt werden.
Unisono äußert sich die Wissenschaft, dass die entscheidenden vorbeugenden Maßnahme durch regelmäßige Bewegung bereits lange Jahre vor dem Ausbruch der Alzheimer-Krankheit am erfolgreichsten gesetzt werden können.