Wundergetränk oder Modeerscheinung?

© SIP / Johannes Langer

Das Wasser der Kokosnuss hat den Ruf eines Wundergetränkes. Viele Prominente schwören auf seine positive Wirkung beim Abnehmen, was das Kokosnusswasser in den vergangenen Jahren zu einem Trendgetränk machte. Sportler lieben vor allem die unterstützende Wirkung beim Sport. Dabei gilt es einem Irrtum gleich das Wasser abzugraben: Kokosnusswasser ist nicht zu verwechseln mit der fettreichen Kokosnussmilch. Während Kokosnussmilch aus dem weißen Fruchtfleisch der reifen, braunen Kokosnuss gewonnen wird, ist Kokosnusswasser die Flüssigkeit der noch unreifen, grünen Kokosnuss.

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Reines Wasser mit wichtigen Inhaltsstoffen

Einer der größten Vorteile von Kokosnusswasser ergründet sich in seinem Wesen: die Reinheit und die 100% biologische Herkunft. Zwar besteht das Getränk zu 94% aus Wasser, doch die Restanteile haben es besonders aus Läufersicht tatsächlich in sich: Kokosnusswasser enthält nicht nur zahlreiche wichtige Nährstoffe wie pflanzliche Hormone, Enzyme und B-Vitamine, sondern auch wichtige Salze und Mineralien, die beim Sport durch das Schwitzen verloren gehen und deswegen ersetzt werden müssen. Da das Kokosnusswasser gänzlich ohne Fette auskommt, ist das Getränk selbstverständlich extrem kalorienarm.

Unterschiede zu Sportdrinks gering

Der generelle Hype um das Kokosnusswasser ist aber eher nicht gerechtfertigt. Es handelt sich fraglos um ein gesundes Getränk im Vergleich zu zuckerhaltigen Alternativen. Eine Studie im Fachmagazin „Journal of the International Society of Sports Nutrition“ stellte nur geringe Unterschiede zwischen herkömmlichem Wasser, Sportdrinks und Kokosnusswasser fest, wenn es um die Steigerung der sportlichen Leistungsfähigkeit und der Flüssigkeitszufuhr bei Sportlern geht. Insgesamt gibt es nur wenige wissenschaftliche Studien zu Kokosnusswasser, einige davon wurden zudem von Herstellerfirmen in Auftrag gegeben und sind daher mit einer vernünftigen Portion an Vorsicht zu genießen. Eine Studie der Indiana University stellte fest, dass Kokosnusswasser deutlich mehr Kalium enthält als Sportdrinks, allerdings weniger Mineralien. Was ihm fehlt sind zuckerhaltige Kohlenhydrate, womit Kokosnusswasser immer nur ein partieller Flüssigkeitsersatz beim Sport darstellen sollte.

Kostspielige und exotische „Frische des Himmels“

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten und es ist nachvollziehbar, dass das leicht herbe und mit einer milden, säuerlichen Note versehene Kokosnusswasser nicht Jedermanns Lieblingsgetränk ist. In Europa ist das dünnflüssige Getränk mit dem milchigen Aussehen, das übrigens so gar nicht nach Kokosnuss schmeckt, nach wie vor ein sehr exotische Drink und hebt sich in seinen gesunden Eigenschaften von wesentlich günstigeren Alternativen maximal leicht ab. In tropischen Ländern gehört es jedoch zu den populärsten Getränken, besonders für Frauen in der Schwangerschaft und Kleinkinder. Die Hawaiianer haben es in ihrer Muttersprache mit dem Beinamen „die Frische des Himmels“ versehen.