Vincent Kipruto meldet sich beim Xiamen Marathon zurück

© Xiamen Marathon 2016

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Auch wenn in diesem Jahr beim Xiamen Marathon, dem traditionell ersten größeren Marathon des Kalenderjahres, Weltklassezeiten ausbleiben, so hat dieser Sieg für Vicent Kipruto dennoch eine große Aussagekraft. Mit dieser Leistung katapultierte sich der 28-Jährige nämlich aus einem Loch, in das er nach seinem Sieg beim Frankfurt Marathon 2013 gefallen war. In den letzten beiden Saisonen verpasste der Kenianer bei seinen Saisonhöhepunkten jeweils deutlich einen Platz unter den besten Zehn, nachdem er in jungen Jahren bereits den Paris Marathon gewinnen konnte und bei weiteren großen internationalen Marathons Spitzenplätze eingeheimst hat. Dementsprechend erleichtert war Kipruto nach dem Rennen in Xiamen, dass er aus dem Schatten zurück ins Rampenlicht treten konnte: „Ich bin sehr beeindruckt und überglücklich über meine Leistung heute. Ich habe schon sehr lange nicht mehr gewonnen, das fühlt sich sensationell an.“ Im 15. Marathon seiner Karriere trug sich Kipruto zum vierten Mal als Schnellster in die Rangliste ein, zum zweiten Mal auf asiatischem Boden.

Kitata hält bis zur Zielgerade mit

Obwohl der Xiamen Marathon 2016 mit einem überschaubaren Tempo losging, war das Elitefeld der Herren gespickt von fähigen Marathonläufern. Vor allem die Äthiopier hielten sich lange Zeit geballt an der Spitze des Rennens auf, doch als es in die entscheidende Phase ging, hatte einer nach dem anderen Probleme, das Tempo der Spitzengruppe um Vincent Kipruto und Shura Kitata zu halten. Als bei Kilometer 39 Feyisa Bekele den Anschluss verlor, waren nur noch die beiden an der Spitze des Rennens verblieben. Der erst 19-jährige Kitata, im vergangenen Jahr beim Shanghai Marathon auf dem Podest, wehrte sich mit aller Macht gegen den deutlich erfahreneren Kenianer, am Ende musste sich der Äthiopier erst im Zielsprint mit zwei Sekunden Rückstand auf Kipruto mit dem zweiten Rang zufrieden geben. Kiprutos Siegerzeit von 2:10:18 Stunden war die langsamste beim Marathon in der südostchinesischen Küstenmetropole seit neun Jahren – wohl dem, der im aktuellen Kontext der mit Doping-Schlagzeilen überhäuften Leichtathletik solch kleine Zeichen wohlwollend zur Kenntnis nimmt anstatt großartige Leistungen anhand von statistischer Zahlen abzuwerten.

Dreifachsieg der Äthiopierinnen

In den vergangenen beiden Jahren blickte zu Jahresbeginn stets die gesamte Marathon-Weltöffentlichkeit nach Xiamen, denn die Siegerin der letzten beiden Ausgaben, Mare Dibaba hatte jeweils mit Weltklasse-Leistungen aufhorchen lassen. Nachdem die Äthiopierin im vergangenen Sommer bei den Weltmeisterschaften in Peking die Goldmedaille gewann, fühlt sie sich im kommenden, Olympischen Jahr mit Recht zu höheren Aufgaben berufen.
Auch wenn der große Name fehlte, konnte eine junge Läuferin dem Xiamen Marathon 2016 der Damen den Stempel aufdrücken. Bereits bei Kilometer 25 setzte sich die Äthiopierin Worknesh Edesa von ihren Rivalinnen ab und schloss ein tolles Solo in einer Zeit von 2:24:04 Stunden ab. Damit sorgte sie für den siebten äthiopischen Sieg in Folge in Xiamen, nachdem bei den ersten sieben Auflagen jeweils eine Chinesin an der Spitze des Klassements rangierte, und verbesserte ihre persönliche Bestleistung um sagenhafte sieben Minuten! „Ich bin überglücklich mit meiner Leistung. Ich habe sofort die Initiative übernommen und als das Rennen langsamer wurde, habe ich attackiert“, so die 23-Jährige. 28 Sekunden hinter der Siegerin kam die zweite Äthiopierin, Marta Lema ins Ziel, die ihre persönliche Bestleistung um rund eineinhalb Minuten steigerte. Den äthiopischen Dreifachsieg komplettierte Fantu Eticha.
27.000 Läuferinnen und Läufer nahmen am Xiamen Marathon 2016 teil, weitere 21.000 absolvierten einen 5km-Lauf.

Ergebnisse Xiamen Marathon 2016

Herren
1. Vincent Kipruto (KEN) 2:10:18 Stunden
2. Shura Kitata (ETH) 2:10:20 Stunden
3. Feyisa Bekele (ETH) 2:11:09 Stunden
Damen
1. Worknesh Edesa (ETH) 2:24:04 Stunden
2. Marta Lema (ETH) 2:24:32 Stunden
3. Fantu Eticha (ETH) 2:26:53 Stunden
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