Kenianische Siege beim Honolulu Marathon

© Honolulu Marathon

Joyce Chepkirui hat als große Favoritin ihren Titel beim 43. Honolulu Marathon auf Hawaii erfolgreich verteidigt. Bereits kurz nach dem Erlöschen des Feuerwerks über dem Hauptort der Insel im Pazifik drückte Chepkirui gemeinsam mit den Pacemakern und ihren Begleiterinnen Isabella Ochichi und Lucy Karimi aufs Tempo. Bereits kurz vor der Halbmarathon-Marke fiel eine vermeintliche Vorentscheidung, die Titelverteidigerin setzte sich von ihren Verfolgerinnen ab und war in einer Durchgangszeit von 1:11:43 Stunden nach wie vor auf einem satten Kurs Richtung Streckenrekord.

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Dramaturgie aus Amsterdam wiederholt sich
Doch dann schossen dem Beobachter die Bilder des diesjährigen Amsterdam Marathon wieder in den Kopf. Auch damals war Chepkirui furios gestartet und lag lange Zeit auf Streckenrekord-Kurs, ehe sie ab Kilometer 30 nur noch zu kämpfen hatte. Und genau so kam es auch in Honolulu, doch während die Commonwealth Games Goldmedaillengewinnerin über 10.000m in der holländischen Hauptstadt stets die Führungsposition inne hatte, schlossen in Honolulu die beiden Kenianerinnen bei Kilometer 29 zur Führenden auf. Aber die 27-Jährige erholte sich von ihrer Krise und setzte sich im Finale gegen ihre Landsfrauen durch. „Ich habe erneut gewonnen und ich fühle mich gut. Das war ein großer Erfolg“, so Chepkirui nach dem Rennen, das sie in einer Zeit von 2:28:34 Stunden beendete. Lucy Karimi, Siegerin des Mailand Marathon in Frühjahr, folgte 21 Sekunden, Isabella Ochichi gut eine Minute später und stellte damit eine neue persönliche Bestleistung auf. Auch im vergangenen Jahr war Ochichi auf Hawaii Dritte geworden. Auf Rang vier kam das ehemalige chinesische Wundertalent Zhang Yingying ins Ziel.
Kiprotich siegt bei den Herren
Als mit Samuel Ndungu bei Kilometer 30 der letzte Pacemaker seinen Dienst einstellte, waren im Herren-Rennen noch alle Favoriten an der Spitze. Taktisches Abwarten stand aber keines an der Tagesordnung, denn Felix Kiprotich hatte seine Tempoverschärfung exakt für diesen Moment geplant. Während alle anderen sich an einer Getränkestation versorgten, hatte der 27-Jährige eine kleine Lücke geschaffen. Einzig „Marathon-Opa“ Kenneth Mungara, der aktuelle Masters-Weltrekordhalter, schaffte kurzzeitig noch einmal den Anschluss. Als es in eine hügelige Passage zwischen Kilometer 37 und Kilometer 40 ging, attackierte Kiprotich erneut und erzwang die Vorentscheidung. Während der Zweitplatzierte des heurigen Seoul Marathon durchzog und in einer Zeit von 2:11:43 Stunden gewann, musste Mungara längst auf den Reservetank umschalten und verlor noch drei Positionen. Titelverteidiger Wilson Chebet erreichte rund eine Minute hinter dem Sieger die Ziellinie als Zweiter, Daniel Limo komplettierte das rein-kenianische Podest. „Das Wetter war nicht schlecht, aber der Kurs zu schwierig. Da waren vor allen Dingen im letzten Streckenabschnitt einige Hügel“, analysierte Kiprotich das Rennen. Wilson Chebet hatte sich bei Kilometer 30 verkalkuliert, gratulierte aber fair: „Als er angetreten ist, hätte ich nicht gedacht, dass er das Tempo bis zum Ziel durchhalten könnte. Ich habe das Beste gegeben, es hat der Richtige gewonnen.“
Hervorzuheben ist der sechste Platz des Deutschen Florian Neuschwander. Insgesamt nahmen 30.783 Athelten am Honolulu Marathon 2015 teil.

Ergebnisse Honolulu Marathon

Herren
1. Felix Kiprotich (KEN) 2:11:43 Stunden
2. Wilson Chebet (KEN) 2:12:46 Stunden
3. Daniel Limo (KEN) 2:13:24 Stunden
4. Robert Kwambai (KEN) 2:15:27 Stunden
5. Kenneth Mungara (KEN) 2:18:36 Stunden
6. Florian Neuschwander (GER) 2:27:58 Stunden
7. Koji Takahashi (JPN) 2:28:42 Stunden
8. Yuta Koyama (JPN) 2:31:46 Stunden
9. Masato Endo (JPN) 2:35:03 Stunden
10. Taku Harada (JPN) 2:36:30 Stunden
Damen
1. Joyce Cheokirui (KEN) 2:28:34 Stunden
2. Lucy Karimi (KEN) 2:28:55 Stunden
3. Isabella Ochichi (KEN) 2:29:44 Stunden
4. Zhang Yinging (CHN) 2:37:01 Stunden
5. Wuynishet Girma (ETH) 2:40:26 Stunden
6. Aheza Kiros (EHT) 2:47:37 Stunden
7. Eri Suzuki (JPN) 2:47:43 Stunden
8. Maila Crouse (USA) 2:51:50 Stunden
9. Kathleen O’Neill (USA) 2:59:58 Stunden
10. Bree Wee (USA) 3:02:40 Stunden
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