Authentischer Klassiker beschreitet neue Wege

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Angesichts des wirtschaftlichen Dilemmas wagte der Athen Marathon den mutigen Schritt und lud heuer erstmals keine Eliteläuferinnen und Eliteläufer aus Ostafrika ein, was beim Athen Marathon in den vergangenen Jahren ähnlich der meisten großen Marathons weltweit gang und gäbe war. Dafür will man sich auf die breite Masse konzentrieren und durch eine Erhöhung der Qualität der Veranstaltung überzeugen. Teile des eingesparten Geldes wurden in die Unterhaltung und in die Verbesserung des Service für die Läufer investiert. „Ich bin überglücklich, dass der Authentische Marathon von Athen heute, 32 Jahre nach seiner ersten Austragung, die größte Sicherheit und Glaubwürdigkeit hat, die eine Laufveranstaltung haben kann“, ist Panagiotis Dimakos, Vize-Präsident des griechischen Leichtathletikverbandes, stolz auf die Vorzeige-Laufveranstaltung an der Wiege des Marathonlaufs.

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Authentisch
Mit diesem Adjektiv wirbt der Athen Marathon für sich und versucht diese Authentizität auch nach aißen hin ausdrücklich zu leben. Gelaufen wird auf der historisch nachgezeichneten Strecke, die laut einer Legende der griechische Krieger Pheippides im Jahr 490 vor Christus zwischen Marathon und Athen zurückgelegt haben soll, um den Sieg der Athener Armee im Krieg gegen die Perser zu verkünden. Die Strecke, welche beim Athen Marathon absolviert wird, diente auch als Strecke des WM-Marathons von 1997 und des Olympischen sieben Jahre später. „Das war der größte Moment in der Geschichte des Authentischen Marathon von Athen, als bei den Spielen von 2004 der Streckenrekord gelaufen wurde“, erinnert sich Dimakos an die Sternstunde des Italieners Stefano Baldini zurück. Baldinis Streckenrekord von 2:10:55 Stunden wurde übrigens erst im vergangenen Jahr von Felix Kandie gebrochen.
43.000 Teilnehmer
Das Interesse am Athen Marathon ist jedoch weder aufgrund der fehlenden Elite noch aufgrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, in denen sich Griechenland befindet, gebrochen. 43.000 Läuferinnen und Läufer aus aller Welt werden am kommenden Wochenende in der griechischen Hauptstadt auf die Laufstrecke gehen, alleine 16.000 erkunden die authentische Marathonstrecke, die von der Wiege des Marathonsports auf einem selektiven Weg durch die Einöde ins antike Panathinaiko Stadion von Athen führt, Austragungsort der ersten Olympischen Spiele der Moderne im Jahr 1896.
AIMS sucht Marathonläufer des Jahres
Traditionell verleiht die AIMS (Association of International Marathons and Distance Races) im Rahmen des Athen Marathon den Best Marathon Runner Award. Die Kandidaten bei den Herren sind London- und Berlin-Sieger Eliud Kipchoge aus Kenia und Weltmeister Ghirmay Ghebreslassie aus Eritrea. Bei den Damen stehen die Kenianerin Gladys Cherono, die Berlin gewann und in Dubai ein spektakuläres Debüt auf Rang zwei gab, und die Äthiopierin Mare Dibaba, Siegerin des Xiamen Marathon und des WM-Marathons von Peking sowie Zweitplatzierte des Boston Marathon, zur Auswahl.
Athen Marathon